Home Nach oben Inhalt

 

  Bondorf im Künstlerblick
Hier klicken zum
"Bild des Monats"
   

 

...und hier unser

 

Olympia 2006 im Pressespiegel
- Sonderveröffentlichung -

 

Gäubote - Titelseite: 11.02.2006

Winterspiele in Turin eröffnet
Startverbot für DSV-Langläuferin

Turin (StN) - Mit einer aufwändigen Show sind am Freitagabend die XX. Olympischen Winterspiele in Turin eröffnet worden.

An diesem Wochenende fallen bereits zwölf Entscheidungen. Doch schon vor dem offiziellen Startschuss wurde die Stimmung im deutschen Lager getrübt. Langläuferin Evi Sachenbacher-Stehle darf in den ersten beiden Wettbewerben nicht starten, da sie vom internationalen Skiverband Fis wegen eines zu hohen Hämoglobinwerts mit einer Schutzsperre belegt worden ist. „Ich habe mir nie etwas zu Schulden kommen lassen, ich verstehe einfach nicht, warum ich nicht laufen darf", klagte die 25-Jährige. Der Deutsche Skiverband (DSV) versucht nun, das Startrecht einzuklagen.

Ein Erfolgserlebnis feierte dagegen Thomas Bach. Der langjährige Spitzenfunktionär kehrt in die Führungsetage des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) zurück. Die 118. IOC-Vollversammlung wählte den 52-jährigen Rechtsanwalt aus Tauberbischofsheim zum IOC-Vizepräsidenten.

Kati Wilhelm geht vornweg:
Die deutschen Athleten ziehen ins Turiner Olympiastadion ein

Foto: AP

 

Gäubote - Olympiamagazin: 11.02.2006

Farbenfrohes Fest zur Eröffnung
Zeremonie mit 6000 Künstlern

VON ULRIKE JOHN

Turin (dpa) - Mit einem farbenfrohen Fest voll italienischer Lebensfreude haben am Freitagabend in Turin die Olympischen Winterspiele begonnen. Um 22.09 Uhr gab Staatspräsident Carlo Azeglio Ciampi mit der traditionellen Formel „Ich erkläre die XX. Olympischen Winterspiele von Turin für eröffnet" das Startsignal für das zweite Weltfest des Wintersports in Italien nach Cortina d'Ampezzo 1956.

An dem 16-tägigen Spektakel auf Eis und Schnee in der Hauptstadt des Piemont und der rund 100 Kilometer entfernten Bergregion um Sestriere nehmen rund 2500 Sportler aus 80 Ländern teil.

Vor 35 000 Zuschauern im Stadio Olimpico forderte Jacques Rogge, der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), die Teilnehmer dazu auf, „diesen Spielen die Magie zu geben, die wir alle wünschen, und zwar nicht nur durch ihre Leistung, sondern auch durch ihr Verhalten".

„Turin ist stolz, Sie bei uns zu haben. Wir empfangen Sie mit Herzlichkeit", sagte Valentino Castellani, der Präsident des Organisationskomitees nach der mit Temperament und Leichtigkeit inszenierten Show. Als 32. Land marschierte die deutsche Mannschaft angeführt von der Biathletin Kati Wilhelm als Fahnenträgerin ins Stadion ein. Vor dem Einmarsch der teilnehmenden Länder hatten die durch Disco-Musik der 70er Jahre in Partystimmung versetzten Zuschauer eine Atem beraubende Show geboten bekommen. Rund 6000 Künstler erfüllten die Feier mit Leben. Tanzeinlagen wechselten sich ab mit spektakulärer Akrobatik und Ausflügen in die Geschichte.

 

Sonntag Aktuell - Titelseite:12.02.2006

Zweimal Gold in Turin

Sensationeller Olympiastart

Turin (tag). Michael Greis aus Nesselwang und Georg Hettich aus Schonach haben am Samstag dem deutschen Team einen sensationellen Auftakt der Olympischen Winterspiele beschert. Greis holte die erste Goldmedaille der Turin-Spiele im 20-Kilometer-Biathlon vor dem Favoriten Ole Einar Björndalen und dessen norwegischem Landsmann Halvard Hanevold. Einer der ersten Gratulanten in der Biathlonarena von San Sicario war Bundespräsident Horst Köhler.

Nur 80 Minuten später düpierte auch der Schwarzwälder Hettich die gesamte Weltelite der nordischen Kombination und sicherte sich den ersten großen Erfolg seiner Laufbahn. Hettich konnte sein Glück kaum fassen: „Ich dachte, Olympiasieger gibt es nur im Fernsehen, und jetzt bin ich selber einer." Er hatte den Grundstein für seinen Erfolg auf der Sprungschanze von Pragelato gelegt, als er mit 101,5 und 104 Metern bester Springer war und als Erster zum Langlauf in die Loipe ging.

Für die Langläuferin Evi Sachenbacher gab es dagegen kein Happy End. Ihre Schutzsperre wegen eines zu hohen Hämoglobinwerts wurde vom Internationalen Sportgerichtshof (CAS) bestätigt. Damit kann sie heute nicht starten. Seite 9 bis 12

Laufen, schießen, jaaaa! Michael Greis bescherte dem deutschen Team einen fulminanten Start bei den Olympischen Winterspiel in Turin - und riss seine Mannschaftskollegen mit. Gold gab es auch in der nordischen Kombination.

Bild: sportphoto

 

Sonntag Aktuell - Turin 2006: 12.02.2006

Michael Greis gewinnt Gold im 20-Kilometer-Biathlon

Ein Bayer liebt die dünne Höhenluft

Der Favorit hieß Ole Einar Björndalen, der Sieger Michael Greis. „Er läuft in der Höhe besser als im Flachen", lobte der Norweger seinen Bezwinger.

Ein Sieg über Ole Einar Björndalen bei Olympischen Spielen ist eine Großtat wie es ein Triumph über Lance Armstrong bei der Tour de France gewesen wäre. Doch keinem Radprofi ist dies je gelungen. Michael Greis aber hat es geschafft, den König der Biathleten vom Thron zu „schießen".

Weil der norwegische Supermann zweimal daneben zielte, der 29-jährige Allgäuer aus Nesselwang sich aber bei zwanzig Schüssen nur einen Fehler leistete, wurde Michael Greis Olympiasieger über die 20-Kilometer-Strecke. Die größere Laufstärke half der norwegischen Berühmtheit nicht mehr, die zwei Strafminuten noch wettzulaufen. 16 Sekunden fehlten am Ende.

Als Glücksbringer für den 29 Jahre alten Sportsoldaten betätigten sich Bundespräsident Horst Köhler auf der Tribüne und IOC-Vizepräsident Thomas Bach am Schießstand. „Ich freue mich, dass meine Anwesenheit Glück gebracht hat. Die erste Medaille sorgt für einen zusätzlichen Push für die ganze Mannschaft", meinte Köhler, der 40 Minuten zu spät zum Rennen eintraf, aber telefonisch die ganze Zeit unterrichtet war.

Mit dem deutschen Sieg war aber trotzdem nicht zu rechnen gewesen. Der 32 Jahre alte Norweger Björndalen ist eine lebende Legende in dieser Sportart: fünfmaliger Olympiasieger. Vor vier Jahren gewann er alle vier Wettbewerbe. Als vor vier Wochen beim Weltcup in Ruhpolding Journalisten auf den abwesenden Norweger hinwiesen, reagierte Greis genervt. Ihm würde zu viel über Björndalen geredet als über die tollen Leistungen der deutschen Athleten.

Nun hat Greis den Superstar der Szene geschlagen und empfand darüber eine gewisse Genugtuung. „Er ist einer von den härtesten Nüssen, die man knacken muss. Aber auch Ole Einar Björndalen ist schlagbar, und es freut mich, dass ich ihn gleich im ersten Rennen geknackt habe." Die Entscheidung über das Gold fiel am Schießstand. Greis leistete sich nur einen Fehlschuss, beim ersten Schießen stehend. Eine Strafminute. Björndalen aber verfehlte die Scheibe

jeweils beim ersten liegend und stehend Schießen. 54:23,0 Minuten lautete die Siegerzeit. Mit ebenfalls zwei Fehlschüssen reichte es für den Norweger Halvard Hanevold (1:08,9 Minuten Rückstand) zur Bronzemedaille hinter seinem Landsmann.

Michael Greis ist zwar kein Seriensieger wie die bisher berühmteren und mit vielen Medaillen dekorierten Mannschaftskollegen Ricco Gross oder Sven Fischer, aber ihm liegen die lange Distanz und extreme Höhe. Im vergangenen Jahr hatte er auf der 1600 Meter hohen Olympiastrecke von San Sicario seinen ersten und bisher einzigen Weltcupsieg errungen und dabei ebenfalls Björndalen bezwungen. „Er läuft in der Höhe besser als im Flachen und schießt auf der langen Strecke gut", sagte Björndalen anerkennend über seinen Bezwinger. Trotz der Anstrengung in der Loipe zeichnet Greis eine ruhige Hand am Schießstand aus.

Wegen dieser Fähigkeiten war er für Hanevold auch von vornherein der große Favorit. „Wer Michis Sieg für eine Überraschung hält, der hat Biathlon in den letzten Jahren nicht verfolgt." Zumal Greis nach eigener Einschätzung „heuer läuferisch eine bessere Form hat". Nach dem einen Fehlschuss sei ihm nur noch ein Gedanke durch den Kopf gegangen: „Jetzt möchte, will und muss ich alle treffen, um noch vorne dabei zu sein. Ich bin froh, über meine gute Leistung." So spricht einer, der sich seiner Goldmedaille noch nicht recht bewusst geworden ist.

Bei den Spielen 2002 war Greis noch nicht aufgefallen. Er belegte über zehn Kilometer Platz 15 und in der Verfolgung Platz 16. Bei den Weltmeisterschaften 2005 wurde er aber Zweiter über die 20-Kilometer-Strecke und gewann mit der Staffel den Titel.

,,Ich habe eine Karriere der kleinen Schritte hinter mir", sagte Michael Greis und konnte nun den großen Schritt kaum genießen. „Ich hätte dazu gerne einmal fünf Minuten für mich", sagte der Olympiasieger, als er nach seinem Weg durch die Institutionen und Fernsehstationen in der Mixed Zone der Printjournalisten angelangt war. Björndalen war neuneinhalb Minuten. nach dem Allgäuer gestartet. Michael Greis konnte nicht einschätzen, wie groß der Vorsprung nach Björndalens letztem Schießen noch war. „Ich habe gehofft, dass es langt. Und es hat gelangt. Jetzt bin ich wunschlos glücklich."

Hartmut Scherzer

 

Gäubote - Olympiamagazin: 13.02.2006

Biathlet Greis auf den Spuren von Carl Lewis

Olympiasieger gilt im Allgäu als Sportexot

Michael Greis war sichtlich erschöpft. Der Gang leicht schleppend, die Augen immer kleiner werdend. Es war am Samstag um kurz vor Mitternacht, und der Biathlet war von den aufregenden Ereignissen des Tages gezeichnet. Am Mittag hatte der 29-Jährige in San Sicario über 20 Kilometer die erste Goldmedaille der Olympischen Winterspiele 2006 gewonnen, womit die Hektik ihren Lauf nahm.

Pressekonferenz, Dopingkontrolle, mit einer Polizeieskorte ins 80 Kilometer entfernte Turin zur Medaillenzeremonie, dann wieder zurück und direkt ins ZDF-„Sportstudio". Dort verbuchte Greis gleich seinen

Christian Meyer Unser Redaktionsmitglied berichtet aus Turin

nächsten Sieg. Er gewann auf der Terrasse des Studios ein abenteuerliches Torwandschießen gegen den nordischen Kombinierer Georg Hettich und einen Zuschauer. Greis hatte einmal oben links getroffen. Danach hielt er den Ball wieder flach: „Ich brauche jetzt erst einmal ein bisschen Ruhe, um das alles zu verarbeiten."

Er wird eine Menge zu tun haben damit. Denn wie so viele Olympiasieger, sprach auch Greis davon, sich einen Traum erfüllt zu haben. Und dann erzählte er eine Geschichte aus seiner Kindheit, von 1984. Greis war acht Jahre alt, und im Fernsehen sah er, wie ein US-Amerikaner namens Carl Lewis bei den Olympischen Sommerspielen vier Goldmedaillen gewann. Es war ein sehr nachhaltiges Erlebnis. „Ich dachte nur: Wow, was für ein cooler Typ - so will ich auch mal werden." Noch vor ein paar Jahren deutete nicht viel darauf hin, dass ihm das auch gelingen könnte. Greis kommt aus Nesselwang im Allgäu, wo Biathlon nicht gerade als Sportart der ersten Wahl gilt. Und immer, wenn Greis im Sommer mit seinen Rollski trainierte, schüttelten die Einheimischen den Kopf und bemerkten schon fast mitleidig: „Jo mei, der Greis-Michi." Sie hielten ihn für seltsam.

Das änderte sich nur langsam. Denn viele Jahre stand Greis im Schatten von Frank Luck, Ricco Groß und Sven Fischer. An ihnen kam kein junger Biathlet vorbei. Und es soll eine Zeit gegeben haben, als Greis ernsthaft daran dachte, seine Karriere endgültig zu beenden. Auch wenn er heute sagt: „Ich habe immer an mich geglaubt. Es ging zwar nicht steil, aber stetig bergauf." Sein erstes Weltcuprennen gewann er vor einem Jahr - in San Sicario, wo er auch am Samstag triumphierte. Für einige Beobachter kam das einer kleinen Sensation gleich, was sie Greis im

Michael Greis: „Ein Überraschungssieger war ich nicht"

Foto: Rauchensteiner

Anschluss an das Rennen auch mitteilten. Nun war es an dem 29-Jährigen, verwundert zu reagieren: „Ich war vielleicht nicht der größte Favorit - aber ein Überraschungssieger bin ich auch nicht."

Eine Theorie, die Ole Einar Björndalen und Halvard Hanevold rückhaltlos unterstützten. Die beiden Norweger folgten auf den Plätzen zwei und drei, was sie aber nicht gänzlich unerwartet traf. „Michi war für mich einer der Sieganwärter", sagte Björndalen, „heute war er einfach zu perfekt für mich. Er ist ein würdiger Olympiasieger." Greis saß daneben, überlegte kurz und erwiderte grinsend: „Ole Einar muss in der Öffentlichkeit ja was Nettes über mich sagen." Eine Strategie, der sich Hanevold übrigens unverzüglich anschloss.

Er belehrte alle Ungläubigen: „Wer Michi für einen Außenseiter gehalten hat, hat den Biathlon zuletzt nicht sehr gut verfolgt." Doch auch für dieses Urteil hatte der launige Greis eine logische Erklärung: „Ich habe Halvard für die Aussagen bezahlt." Billig kann das nicht gewesen sein, bei so viel Lob. Spätestens am Dienstag (13.30 Uhr/ ZDF) werden die Freundlichkeiten ein Ende haben. Dann steht in San Sicario der Sprint auf dem Programm. Außenseiter ist Greis dann für keinen mehr.

 

Gäubote - Olympiamagazin: 15.02.2006

Sven Fischer krönt seine große Karriere

Der Biathlet aus Oberhof gewinnt sein erstes olympisches Einzel-Gold

Turin - Völlig erschöpft sank Sven Fischer nach dem Rennen seines Lebens in den Schnee. Der 34 Jahre alte Biathlet konnte sein Glück- kaum fassen: Erstmals in seiner Karriere gewann der Oberhofer eine olympische Goldmedaille in einem Einzelrennen.


VON PETRA MUZENHARDT zurzeit Turin
 

Minutenlang blieb Fischer nach seinem Triumph über 10 Kilometer im Zielraum liegen. Zum einen musste er sich erholen, zum anderen kostete er diesen einzigartigen Moment aus. „Ich wusste, gleich ist es mit der Ruhe vorbei", sagte Fischer, der nach 26:11,6 Minuten über die Ziellinie gerast war und den Norwegern Halvard Hanevold und Frode Andresen das Nachsehen gab.

Zweimal Gold (1994/Lillehammer und Nagano/1998) und einmal Silber (2002/Salt Lake City) mit der Staffel, zudem Silber im 10-km-Sprint in Salt Lake City hat Sven Fischer gewonnen. Nur die lang ersehnte Goldmedaille im Einzel fehlte dem 34-Jährigen.

Daher ging er in San Sicario hoch motiviert an den Start. Doch richtig wohl fühlte er sich nicht. Die Höhe machte ihm zu schaffen, der Schnee war zu langsam, und auch kurz nach dem Start hatte er nicht unbedingt das Gefühl, Bäume ausreißen zu können. „Es lief anfangs brutal zäh. Da gab es nur eines: volle Konzentration auf das Schießen", gestand er. Sowohl im Liegendschießen als auch im Stehen blieb er fehlerfrei.

Danach lief es wie am Schnürchen. „Ich bin volle Pulle gelaufen, jetzt bin ich natürlich überglücklich," sagte Fischer, der nach einem Daumenbruch im Sommer sogar schon sein Karriereende befürchtet hatte.

Erster Gratulant nach dem furiosen Lauf seines Sohnes war Vater Willi. Im Zielraum fielen sich

die beiden um den Hals. Es flossen reichlich Freudentränen. „Ich habe es ihm so sehr gegönnt und kann es noch gar nicht fassen. Nach 32 Einzelsiegen ist der 33. die Krönung seiner Laufbahn", sagte Fischer senior, der seinen Sohn sowohl in Lillehammer als auch in Salt Lake City unterstützte. In Nagano drückte Mutter Helga die Daumen. „Diesmal sind wir beide dabei. Wir dachten, wenn wir gemeinsam die Daumen drücken, muss es einfach klappen", erzählte Willi Fischer, „ich muss jetzt beim Doktor bleiben. Ich bekomme fast einen Herzkasper." Nur auf Ehefrau Doreen und auf das zweijährige Töchterchen Emilia musste der Olympiasieger verzichten. Die fieberten vor dem Fernsehschirm mit und kommen erst kommende Woche nach Turin.

Nicht ganz so gut verlief das Rennen für Michael Greis. Der Olympiasieger über 20 Kilometer kam nach 28:22,90 Minuten nur auf Platz 35. Nach drei Fahrkarten beim Schießen hatte der 29-Jährige aus Nesselwang keine Chance auf eine bessere Platzierung. „Das war einfach schwach von mir. Ich habe mir mehr vorgenommen", sagte Greis, der sich aber riesig über die Goldmedaille für Sven Fischer freute: „Es ist doch schön, wenn ein Teamkollege in die Bresche springt." Und auch Ricco Groß (27:15,10/ Ruhpolding), der auf den siebten Platz kam, gratulierte dem Olympiasieger: „Es war ein Wahnsinnsrennen von Sven," sagte der 35-Jährige. Lob kam auch von Alexander Wolf (27:34,5/Platz 15): „Eine klasse Leistung für einen so alten Mann", sagte der 27 Jahre alte Oberhofer augenzwinkernd.

Erst Gold über 20 Kilometer, jetzt Gold im Sprint- die Deutschen geben im Biathlon den Ton an. „So kann es weitergehen", sagte Ricco Groß. Am Samstag steht das Verfolgungsrennen über 12,5 Kilometer an, bei dem entsprechend der Zeitrückstände im Sprint gestartet wird. Fischer darf als Erster ran, auch Groß und Wolf haben eine glänzende Ausgangsposition. „Jetzt kommt mein Lieblingsrennen", sagte Groß. Der Konkurrenz schwant schon nichts Gutes.

Mit 34 Jahren auf dem Gipfel des Glücks: Nach zwei Olympiasiegen mit der Staffel hat Sven Fischer endlich auch das lang ersehnte Einzel-Gold in der Tasche

Foto: AP

 

Gäubote - Olympiamagazin: 17.02.2006

Kati Wilhelm fehlt ein Zentimeter zum Glück

Biathletinnen ziehen bei Wetter-Lotterie nur Nieten - Überraschungssiegerin Baverel-Robert

San Sicario - Die deutschen Biathletinnen hatten am Donnerstag in der durch Schneefall langsamen Loipe keine Chance gegen die später bei Sonnenschein laufende Konkurrenz. Favoritin Kati Wilhelm musste sich mit dem siebten Platz begnügen.


VON PETER STRACKE
UND NIKOLA STOBBE
 

Kati Wilhelm fehlte nur ein knapper Zentimeter zum goldenen Glück. Durch einen Flüchtigkeitsfehler beim letzten Schuss fiel die Olympiasiegerin von Salt Lake City 2002 und Top-Favoritin noch auf Rang sieben des 7,5-km-Sprintrennens zurück. Überraschungssiegerin Florence BaverelRobert (Frankreich) profitierte wie die von ihr knapp bezwungene Anna Carin Olofsson (Schweden) und Lilia Jefremowa (Ukraine) vom Wetter, das während des Rennens umgeschlagen war.

Das deutsche Team zog beim Startnummern-Roulette ausschließlich Nieten. „Wir müssen uns darüber ärgern, dass wir auf der Strecke keine Chance hatten. Am Ende kam die Sonne raus, und die Strecke wurde deutlich schneller", stöhnte Kati Wilhelm, „Fehler beim Schießen passieren immer einmal. Ich habe beim letzten Schuss zu schnell abgedrückt und ihn nach oben verrissen." Das war eben jener eine Zentimeter, der Bundestrainer Uwe Müssiggang in Rage brachte -

sein Schützling hatte damit die Chance auf die Goldmedaille in den Wind geschossen. 18,4 Sekunden fehlten am Ende zum Olympiasieg, 11,8 Sekunden zu Bronze. „Die Kati hatte ihre Chance, sie hätte gewinnen können. Das lag nicht am Wetter", schimpfte Müssiggang.

Um 12.31 Uhr hatte in San Sicario die Sonne den Kampf gegen den Schneefall endgültig gewonnen-damit hatte die zu diesem Zeitpunkt im Ziel versammelte deutsche Mannschaft das Rennen um die Medaillen verloren. Weil der Wetterbericht ein Ende der Schneefälle bis 12 Uhr versprach, hatten sich alle vier deutschen Läuferinnen in die angestammte erste Startgruppe losen lassen -ein Fehler. Denn Martina Glagow (Mittenwald/17.), Katrin Apel (Frankenhain/22.) und Sprint-Weltmeisterin Uschi Disl (Moosham/34.) landeten im geschlagenen Feld. „Wenn du dich schon auf der Strecke mit dem Neuschnee quälen musst, geht das Schießen auch nicht besser", kommentierte Disl ihr verpatztes Rennen. Mit fast zwei Minuten Rückstand auf Siegerin Baverel-Robert ist die 35-Jährige für das Jagdrennen am Samstag (12.30 Uhr) chancenlos. Im Gegenteil zu Kati Wilhelm, die nur 18,4 Sekunden zurückliegt. „Da ist noch einiges drin. Zumal dann alle die gleichen äußeren Bedingungen vorfinden", sagte Wilhelm. Müssiggang hofft, dass sein Team die Scharte vom Sprint wieder auswetzen kann. Bei der Siegerehrung schüttelte er den Kopf: „Auf Baverel und Jefremowa hätte heute wirklich keiner gewettet."

Kati Wilhelm: Neunmal traf sie ins Schwarze - mit dem letzten Schuss hat die Top-Favoritin Gold verspielt

Foto: AP

 

Gäubote - Olympiamagazin: 18.02.2006

Meine Sportart: Biathlon

Fritz Fischer (49) ist Co-Trainer des deutschen Biathlon-Teams. Er hat an vier Olympischen Spielen teilgenommen und dabei zahlreiche Medaillen gewonnen. Fischer leitet zudem in Ruhpolding ein Biathlon-Camp.

Welche Disziplinen gibt es in Turin?

Männer: 10 km, 12,5-km-Jagdrennen, 15km-Massenstart, 20 km, 4x7,5-km-Staffel. Frauen: 7,5 km, 10-km-Jagdrennen, 12,5km-Massenstart, 15 km, 4x6-km-Staffel.

Kleine Regelkunde:

Der Einzel-Wettbewerb ist der traditionsreichste. Geschossen wird viermal: liegend, stehend, liegend, stehend. Der Abstand zu den Scheiben beträgt 50 Meter, der Scheibendurchmesser beträgt 4,5 Zentimeter (liegend) oder 11,2 Zentimeter (stehend). Für einen Fehler am Schießstand muss man entweder in die Strafrunde, oder man bekommt direkt eine Strafminute aufgebrummt.

 

Worauf kommt es an?

Auf die nötige Ruhe und Gelassenheit beim Schießen und eine gute läuferische Leistung in der Loipe mit gutem Material.

 

Sonntag Aktuell - Titelseite: 19.02.2006

Kati Wilhelm setzt Serie fort

Drittes Gold im Biathlon

Turin (tag). Mit großem Vorsprung eroberte Kati Wilhelm Gold im 10-km-Jagdrennen im Biathlon. Mit 73,6 Sekunden Rückstand gewann Martina Glagow erneut Silber. Die gleiche Medaille holte Evi-Sachenbacher-Stehle mit der deutschen Langlauf-Staffel. Durch Bronze im Jagdrennen schraubte Biathlet Sven Fischer nach seinem 10-km-Sieg die deutsche Bilanz nach acht Tagen auf je sechsmal Gold und Silber sowie dreimal Bronze. Für Kati Wilhelm war es das dritte Olympia-Gold der Karriere, für Martina Glagow das zweite Silber in Italien. Die sechste Medaille für Deutschlands Biathleten gewann Fischer trotz seiner vier Fahrkarten am Schießstand hinter Vincent Defrasne, der den sechsten Olympiasieg des Norwegers Ole Einar Björndalen verhinderte.

Thomas Morgenstern hat sich den Olympiasieg der Skispringer von der Großschanze gesichert. Der Österreicher setzte sich vor seinem Landsmann Andreas Kofler durch. Bester Deutscher war Michael Neumayer auf Platz elf. Michael Uhrmann wurde 16. Alexander Herr wurde nach seinen kritischen Äußerungen über Bundestrainer Peter Rohwein von der Mannschaft ausgeschlossen. Seite 9 bis 13

20 Schuss, 19 Treffer - Gold. Die Biathletin Kati Wilhelm aus Zella-Mehlis behält bei den Olympischen Spielen im Schneetreiben Durchblick und gewinnt das Zehn-Kilometer-Jagdrennen vor Martina Glagow (Minenwald).

Bild: dpa

 

Sonntag Aktuell - Turin 2006: 19.02.2006

Fast jeder Schuss ein Treffer

Zwei Rennen, zwei Geschichten. Während Kati Wilhelm souverän zu Gold in der Verfolgung lief und Martina Glagow Silber holte, musste sich Sven Fischer bei den Männern um Bronze mühen. Die finale Erkenntnis: Frauen schießen besser.

Kati Wilhelm setzte nach dem vierten Schießen in der Verfolgung ihr breitestes Lächeln auf. Ohne Fehler hatte sie diese Prüfung absolviert, vor ihr lagen nur noch zwei Kilometer. 2000 Meter zu ihrer dritten Goldmedaille, nach den Olympiasiegen im Einzelrennen und der Staffel bei den Spielen in Salt Lake City. Obwohl weit vor den Konkurrentinnen, war sie auf ihrer letzten Runde nicht allein. „Alle Betreuer haben gejubelt und mir zugerufen: Genieß es", sagte die 29-jährige Thüringerin im Ziel, „und das habe ich auch getan." Und zum ersten Mal strahlte an diesem Tag, der mit heftigem Schneefall begonnen hatte, auch die Sonne.

Kurz vor dem Ziel erfuhr der Genuss noch eine Steigerung. Eine schwarz-rot-goldene Fahne hatte sie sich bereits gegriffen, da lief ihr Martina Glagow auf der Spur daneben entgegen. Damit war klar, dass die deutschen Biathletinnen Gold und Silber in der Verfolgung sicher hatten. Im Ziel drehte sich Wilhelm um und wartete auf ihre kleine Mannschaftskollegin. „Das macht meinen Erfolg nur noch schöner", sagte sie.

Ganz anders als das einsame Rennen der Kati Wilhelm verlief die Verfolgung für Sven Fischer im Rennen der Männer. Zwar konnte der Skijäger aus Schmalkalden den deutschen Medaillensatz gestern mit Bronze komplettierten, aber nach den ersten beiden Schießeinlagen sah es gar nicht danach aus. Jeweils zweimal hatte der Sprint-Olympiasieger nicht ins Schwarze getroffen. Nach dem fehlerfreien vierten Schießen hatte er nur noch ein Ziel: „Jetzt knall ich an Halvard Hanevold vorbei." Dies ging dann leichter als gedacht, der Norweger leistete kaum Gegenwehr. Fischers Fazit: „Ich habe eine erkämpfte Medaille, die eigentlich schon weg war." Gold ging, unter dem frenetischen Jubel seiner Landsleute, an den Franzosen Vincent Defrasne. Vor Ole Elnar Björndalen (Norwegen). Dabei hatte der vierfache Olympiasieger von 2002 Defrasne auf der Strecke bereits überholt. Doch im Schlussspurt schob sich der 28-Jährige zu seinem ersten Einzelsieg bei einer Meisterschaft wieder vorbei.

Als Siebte war Kati Wilhelm ins Rennen gegangen, als Dritte war sie zur ersten Schießeinlage gekommen, als Erste konnte sie weglaufen. „Das Schießen war heute bei Kati überragend", urteilte Bundestrainer Uwe Müßiggang. An den Sieg allerdings glaubte die Trainingspartnerin von Uschi Disl erst, als sie nur noch einen Schuss abzugeben hatte. Denn eigentlich hatte sie sich die größeren Chancen im Sprintwettkampf vor ein paar Tagen ausgerechnet, doch da hatte sie nicht die besten Bedingungen. „Deshalb bin ich jetzt umso glücklicher, dass ich den Verfolger gewonnen habe." Trotz Wilhelms Sieg, die Frau des Rennens war Martina Glagow. Die 1,58 Meter große Mittenwalderin wuchs über sich hinaus. Als 17. gestartet, ackerte sich die 26-Jährige durchs Feld. Beim vierten Besuch an der Schießanlage war sie bereits Dritte. Über die null Fehler hat sie sich gefreut, „und dann habe ich mich umgeschaut, ob noch jemand kommt".

Doch von hinten kam niemand, dafür hatte sie die Russin Aalbina Akhatowa vor sich. Die

behauptete zwar, sie habe einen schnellen Ski gehabt, doch seit dem Sprint, bei dem sie nach dem positiven Dopingbefund ihrer Mannschaftskollegin Olga Pylewa Bronze bekommen hatte, habe sie unter Leberschmerzen gelitten. Und das beeinträchtigte ihre Leistungsfähigkeit. „Am letzten Anstieg habe ich gesehen, wie die Albina müde wurde", erzählt Glagow, " so konnte ich sie überholen."

Bei den Männern holte sich zwar Sven Fischer eine Medaille, der überragende Athlet war jedoch Einzel-Olympiasieger Michael Greis. Der Nesselwanger kam als Achter ins Ziel, nachdem er erst als 35. gestartet war. „Es war ein nahezu perfektes Rennen", sagt er. Nur ein Fehler beim Schießen verhinderte die hundertprozentige Perfektion. Sein Fazit: „Aus meiner Situation habe ich das beste gemacht, was heute drin war."

So beschrieb aber auch Sven Fischer sein Rennen. Und vor allem die Situation nach seiner ersten Schießeinlage. Als Mist bezeichnete er sie sogar. Zweimal hatte er nicht getroffen, ein dritter Schuss ging nur knapp ins Ziel. „Das war meine Erfahrung, sonst hätte ich drei Fehler gemacht." Wohl dem, der diese dann richtig einsetzen kann.

Zufrieden zeigte sich auch DSV-Sportdirektor Thomas Pfüller. „Sechs Medaillen zur Halbzeit, davon drei goldene, das ist ein Superergebnis", jubelte der Funktionär im Ziel.

Klaus-Eckhard Jost


Kati Wilhelm kann die letzten Meter vor dem Ziel genießen, während Sven Fischer bis zum Schluss um seine Bronzemedaille kämpfen muss.

Bilder: dpa

 

Gäubote - Olympiamagazin: 20.02.2006

Biathletin Kati Wilhelm: Eine Frau sieht Rot

Die Olympiasiegerin ist nicht nur auf Grund ihrer Haarfarbe unverwechselbar

Aus gegebenem Anlass ist es an der Zeit, eine Warnung auszusprechen: Sollten Sie ein lichtempfindlicher Mensch sein, dann meiden Sie unbedingt die Homepage der Biathlon-Olympiasiegerin Kati Wilhelm. Es könnte sonst zu Langzeitschäden kommen.


VON CARSTEN MEYER

zurzeit Turin
 

Nichts ahnenden Menschen passiert nämlich Folgendes: Sie geben die Adresse (www.kati-wilhelm.de) ein, denken an nichts Böses- und bekommen einen Schock. Sehr viel greller als bei der Hintergrundfarbe der Seite können Rottöne nicht sein. Kati Wilhelm gibt zu: „Manch einer muss sich da die Sonnenbrille aufsetzen."

Das trifft übrigens auch auf ihre Haare zu, die längst zum Markenzeichen geworden sind. Die Farbmischungen, heißt es, kennen nur sie und ihr Friseur. Wahrscheinlich ist er ein verkappter Chemiker. „Rot ist halt meine Farbe", sagt Kati Wilhelm.

Gold steht ihr allerdings auch nicht so schlecht. Das lässt sich mittlerweile kompetent beurteilen. Am Samstag wurde sie im Jagdrennen Olympiasiegerin - nach den Erfolgen 2002 im Sprint und mit der Staffel zum dritten Mal. Es gibt keine Biathletin, die das bisher geschafft hätte. „Das macht mich stolz", sagt Kati Wilhelm.

Und im Hause ihrer Schwester Melanie sorgt es endlich für Ruhe. Dort saß Kati Wilhelms kleiner Neffe zuletzt vor dem Fernseher und sah Erschütterndes. Übertragen wurde die Medaillenzeremonie mit den deutschen Eisschnellläuferinnen, die Gold geholt hatten. Der kleine Max brach spontan in Tränen aus und schluchzte: „Wann gewinnt denn Tante Kati endlich wieder?" Das wäre nun geschafft, und auch in den nächsten Tagen steht es nicht schlecht um den familiären Frieden. Am Donnerstag findet die Staffel statt, am Samstag der Massenstart. In beiden Wettbewerben hat Kati Wilhelm eine Chance.

Und mit jedem Erfolg steigt ihr Marktwert. Alex

Achten von der Deutschen Sportmarketing GmbH hat schon vor Jahren prophezeit: „Kati Wilhelm könnte eine eigene Marke werden." Weil sie alles mitbringt, was man dafür benötigt: Erfolg, Charisma und eine chronisch gute Laune. Kati Wilhelm ist eine der wenigen Sportlerinnen, bei denen man das Ergebnis eines Wettbewerbs nicht im Gesicht ablesen kann. Die 29-Jährige lacht auch noch, wenn sie beim Rennen mehr Bekannte als Scheiben trifft.

Kati Wilhelm kommt an - bei allen. Sie spricht auf einem Management-Seminar über Motivation aus sportlicher Sicht macht aber auch bei Foto- und Werbeaufnahmen eine gute Figur. Das ist natürlich auch den offenherzigen Medien dieses Landes nicht verborgen geblieben. Kati Wilhelm bekam schon mehrere Anfragen, ob sie sich Nacktfotos vorstellen könne. Kann sie nicht. Sie sagt: „Ich möchte nicht, dass mein Name auf solche Aufnahmen reduziert wird - ich bin lieber die Kati mit den roten Haaren, die bei Olympia Gold geholt hat." Damit kommt sie ganz gut über die Runden. Sie hat Sponsoren und zur Not auch einige Fans, denen der Gaul durchgeht. Zum Beispiel dem Pferdezüchter Thomas Mayer. Der schenkte Kati Wilhelm für ihren Olympiasieg in Turin einen arabischen Vollblüter. Nun ist die 29-Jährige etwas ratlos: „Ich habe keine Ahnung, was ich mit dem Pferd machen soll." Vielleicht könnte sie es ja ihrem kleinen Neffen zur Ablenkung schenken. Tante Kati kann schließlich nicht jeden Tag gewinnen.

Kati Wilhelm: Drittes Olympia-Gold

Foto: ddp

 

Gäubote - Olympiamagazin: 20.02.2006

NOK zieht Halbzeitbilanz: „Absolut überzeugend"

Im Medaillenspiegel Platz eins vor den USA

Turin - Nach einem goldenen Start und einer medaillenreichen ersten Woche kämpfen die deutschen Winter-Olympioniken wieder um Platz eins in der Nationenwertung. „Die erste Halbzeit dieser Spiele war absolut überzeugend", sagte Ulrich- Feldhoff, der Vorsitzende des Bundesausschusses Leistungssport im Deutschen Sportbund (DSB), am Sonntag in Turin.


VON RALF JARKOWSKI

 

„Das Zwischenergebnis liegt voll im Plan. Wenn es optimal läuft, können wir Platz zwei erreichen. Und wenn es noch besser läuft und die anderen sich vielleicht noch Ausrutscher leisten, können wir noch besser abschneiden", ergänzte der oberste Leistungswächter des deutschen Spitzensports.

Vor allem die Skijäger sorgten dafür, dass die Deutschen ein erfolgreiches Bergfest feiern konnten. Die Biathleten holten bisher dreimal Gold, zweimal Silber und einmal Bronze. Am Sonntagnachmittag nach 49 der 84 Entscheidungen lag die deutsche Olympia-Mannschaft auf dem ersten Platz vor den USA und Russland. „Unsere Athleten haben das Zeug zu einem Spitzenplatz", betonte auch Klaus Steinbach, der Präsident des Nationalen Olympischen Komitees (NOK), und lobte die „hervorragende professionelle Einstellung". Das Team sei „hervorragend aufgestellt", allerdings konnten nicht alle Erwartungen erfüllt werden. Im Kampf um den Platz an der Sonne erwartet Steinbach einen Dreikampf zwischen Russland, Deutschland und den USA. Auch vor vier Jahren lagen die Deutschen nach der Hälfte auf Platz zwei in Lauerstellung - damals allerdings hinter den Norwegern. Die weiteren Goldmedaillen steuerten die Eisschnelllauf-Damen in der Teamverfolgung, Rodlerin Sylke Otto und Georg Hettich mit seinem Auftaktsieg in der nordischen Kombination bei.

Feldhoff war am Sonntag zwar gesundheitlich angeschlagen, beim Vortrag zur Lage der Sport-Nation hellte sich seine Miene aber auf. „Vielleicht können wir ja eine zielgenaue Trefferquote erreichen, was die Prognose betrifft", sagte er schmunzelnd. 24 Medaillen hatte der Funktionär vorausgesagt, 16 sind es schon. Wie Steinbach hat auch Feldhoff Höhen und Tiefen gesehen, positive und negative Überraschungen ausgemacht. Höchstes Lob ernteten die Biathleten, kritischer sah er aber zum Beispiel die Eiskunstläufer. „Die hier erzielten Ergebnisse sind absolut nicht zu akzeptieren", redete der Leistungssport-Chef Klartext.

Medaillenspiegel
(Stand nach 49 von 84 Entscheidungen)

1. Deutschland 7 7 4
2. USA 7 4 2
3. Russland 6 2 5
4. Österreich 4 5 1
5. Südkorea 3 3 1
6. Italien 3   4
7. Frankreich 3   2
8. Estland 3    
9. Norwegen 2 7 7
10. Kanada 2 6 5
11. Schweiz 2 2 4
12. Niederlande 2 2 2
13. Schweden 2 1 3
14. China 1 2 4
15. Kroatien 1 1  
16. Australien 1    
17. Finnland   2 3
18. Tschechien   2  
19. Bulgarien   1  
Großbritannien   1  
Slowakei   1  
22. Lettland     1
Ukraine     1

 

Gäubote - Olympiamagazin: 21.02.2006

Biathlon-Ouartett peilt Gold an

Deutsche Männer-Staffel geht als Favorit in das Rennen über 4 x 7,5 km

San Sicario - Die Olympiasieger Sven Fischer und Michael Greis im Team, drei von vier Saisonrennen gewonnen: Die deutschen Biathleten treten am heutigen Dienstag (12 Uhr/ARD) als Topfavorit zur olympischen 4 x 7,5-km-Staffel in San Sicario an.
 


VON PETER STRACKE
 


Zum fünften Mal seit 1992 mit dem Ruhpoldinger Ricco Groß als Startläufer und zum ersten Mal mit Shooting Star Michael Rösch. „Wir haben in den drei Rennen hier bislang immer eine Medaille erkämpft. Diese Serie wollen wir natürlich auch in der Staffel nicht abreißen lassen", gibt Frank Ullrich die Marschrichtung vor.

Der Bundestrainer erwartet auf der knapp 1700 Meter hoch gelegenen Olympiastrecke eine Attacke der überraschend noch sieglosen Norweger um Ole Einar Björndalen. Die hatten das Rennen 2002 vor Deutschland gewonnen und damit die seit 1992 anhaltende olympische Siegesserie des deutschen Quartetts beendet.

Medaillen-Garant im Team ist Ricco Groß, seit dem ersten deutschen Staffelsieg der olympischen Biathlongeschichte 1992 der Startläufer des DSV-Quartetts. Der dreimalige Staffel-Olympiasieger aus Ruhpolding blieb in San Sicario trotz beständiger Leistungen (Rang elf, sieben und zwölf) ohne die ersehnte achte olympische Medaille und muss nun seine letzte Chance nutzen. Für den abschließenden Massenstart (Samstag, 12 Uhr) ist der Altmeister als fünftbester Deutscher der Rangliste nicht qualifiziert und kann nur starten, wenn jemand ausfällt. „In der Staffel zählen wir immer zu den Favoriten. Den Druck sind wir gewohnt und können ihn aushalten. Klar wollen wir ganz vorne angreifen, und ich will nicht ohne Medaille nach Hause fahren", sagte Groß. Wahrscheinlich bestreitet der 35-Jährige sein letztes olympisches Rennen- „aber man soll ja nie nie sagen".

Nach Groß wird erstmals in einer Olympiastaffel Michael Rösch eingesetzt. Der 22 Jahre alte Altenberger war nach dem enttäuschenden 35. Platz über 20 km vom Coach zwischenzeitlich aus dem Team genommen worden. „Für die Staffel brauche ich einen frischen Mann. Michael hat gut trainiert. Er wird das lösen", meinte Ullrich, der dem Youngster den Vorzug gegenüber Alexander Wolf gab. Sven Fischer und Michael Greis sollen dann die Schlussakzente setzen. 20-km-Olympiasieger Greis, der 2004 bei der WM in Oberhof auf der Ziellinie über die von ihm geschwenkte deutsche Fahne gestolpert war (ohne dass der Staffelsieg dadurch in Gefahr geriet), hat sich auf seine Rolle bereits eingestimmt: „Das Fahnetragen habe ich mittlerweile im Griff, das würde ich gerne bei Olympia beweisen. Ich habe es ja mittlerweile oft genug geübt."


Zuversichtlich: Michael Greis

Foto: dpa

 

Gäubote - Titelseite: 22.02.2006

Zweimal Gold, einmal Bronze

Erfolgstag für deutsche Athleten

Turin (StN) - Die Deutschen haben am Dienstag ihre Erfolgsbilanz in Turin weiter aufgebessert. Die Biathlon-Staffel der Herren gewann am Dienstag Gold. Im Zweierbob siegte das Duo Sandra Kiriasis und Anja Schneiderheinze. Der nordische Kombinierer Georg Hettich lief zu Bronze.

Für das Biathlon-Team stehen nun viermal Gold, zweimal Silber und einmal Bronze zu Buche. Ricco Groß, Michael Rösch, Sven Fischer und Michael Greis hatten den Sieg perfekt gemacht. Wenig später gewann Hettich nach Gold über 15 Kilometer und Silber mit der Staffel Bronze im Sprint. Am Abend sicherte sich Bob Deutschland I mit Sandra Kiriasis und Anschieberin Anja Schneiderheinze den Olympiasieg.

Der Doping-Skandal um zwei österreichische Biathleten weitete sich derweil aus. Gestern wurde mitgeteilt, dass die aus Turin geflüchteten Wolfgang Perner und Wolfgang Rottmann wahrscheinlich Verbotenes getan hätten. Was genau, stand allerdings noch nicht fest.

Die deutsche Goldstaffel jubelt: Ricco Groß, Michael Rösch, Sven Fischer und Michael Greis (v. li.)

Foto: AP

 

Gäubote - Olympiamagazin: 22.02.2006

Rösch krönt die deutschen Biathlon-Festspiele

Imposante Bilanz nach Triumph im Staffelrennen: Viermal Gold, zweimal Silber, einmal Bronze

Turin - Die deutschen Biathleten sind bei den Olympischen Spielen nicht zu stoppen. Ricco Groß, Michael Rösch, Sven Fischer und Michael Greis gewannen das Staffelrennen vor Russland und Frankreich.
 
Carsten Meyer Unser Redaktionsmitglied berichtet aus Turin

Es war eine gemütliche Runde, die sich neben dem Pressezentrum des Biathlonstadions versammelt hatte. Ricco Groß, Michael Rösch, Sven Fischer und Michael Greis hatten sich vor dem Bauzaun eingefunden, um den deutschen Beobachtern ausführlich Bericht von dem Geschehen zu erstatten. Die ungewöhnliche Örtlichkeit ist mittlerweile Standard - die Organisatoren erlauben die Nutzung des Presseraums außerhalb der offiziellen Anlässe nicht.

Doch das konnte die prächtige Stimmung im deutschen Team nicht im Geringsten trüben. Die Staffel hatte mit 20,9 Sekunden Vorsprung auf Russland gewonnen und damit den Medaillenreigen nahtlos fortgesetzt. Viermal Gold, zweimal Silber und einmal Bronze stehen bisher zu Buche. Die Biathlon-Wettbewerbe von San Sicario werden als deutsche Festspiele in die Geschichte eingehen.

Für Bundestrainer Frank Ullrich war das am gestrigen Tag alles ein wenig zu viel. Der 48-Jährige war kaum zu beruhigen, redete wie ein Wasserfall und stand kurz davor zu hyperventilieren. Es fielen Begriffe wie „bravourös" und „Faszination pur". Man musste sich Sorgen um ihn machen. „Natürlich bin ich um Jahre gealtert", gestand Coach Frank Ullrich, „aber für diesen Sport gebe ich alles." Dabei wäre die Aufregung gar nicht nötig gewesen. Richtig in

Gefahr war der Sieg eigentlich nie. Zu verdanken hatten die Deutschen das vor allem Michael Rösch, der als zweiter Läufer ins Rennen ging. Der 22-Jährige zeigte eine grandiose Leistung - er schoss schnell und fehlerlos. „Ich war ganz gut drauf", erläuterte Rösch, „da habe ich mir gedacht: Jetzt haust du die Dinger nur so raus." Lucky Luke wäre vor Neid erblasst.

Auch von Seiten der Kollegenschaft schlug Rösch uneingeschränkte Bewunderung entgegen. „Ich habe ja gewusst, dass der, Junge schnell und frech ist", sagte Ricco Groß, „aber dass er so schnell und frech sein würde, hatte ich nicht gedacht." Sein Fazit: „Der Micha ist ein echter Hundling."

Das war wohl als ein großes Kompliment zu verstehen.

Groß hatte sich sein Lob schon zuvor in der offiziellen Pressekonferenz abgeholt, als plötzlich Alexander Tichonow auftauchte. Tichonow ist Chef des russischen Verbandes und Vizepräsident des Weltverbandes IBU. Er überreichte dem sichtlich verblüfften Groß eine goldene Ehrennadel mit vier Brillanten. Der Grund: Ricco Groß hat mit dem gestrigen Erfolg ebenso wie Tichonow viermal olympisches Staffel-Gold gewonnen. „Ich wusste, dass dieser Moment kommen würde", sagte der Russe, „deshalb habe ich die Nadel schon im vergangenen Jahr anfertigen lassen."

Die Teamkollegen von Groß mussten sich noch bis zum Abend begnügen, ehe ihnen bei der Medaillenzeremonie ein Schmuckstück überreicht wurde. Was danach geschah, ist nicht genau übermittelt, lässt sich aber zumindest erahnen. Ullrich hatte direkt nach dem Rennen angekündigt: „Jetzt wird gefeiert bis zum Abwinken." Wahrscheinlich ging es ziemlich lustig zu. Die deutschen Biathleten sind schließlich in Topform.

Gewohntes Bild im Biathlon-Stadion von San Sicario: Schlussläufer Michael Greis feiert den Olympiasieg mit der deutschen Staffel

Foto: AP

 

Gäubote - Olympiamagazin: 24.02.2006

Biathlon-Staffel feiert Silber wie einen Sieg

Russisches Team triumphiert - und sorgt anschließend für Kopfschütteln - Irritationen um Disl

Turin - Die deutschen Biathletinnen haben im Staffelrennen Silber gewonnen. Martina Glagow, Andrea Henkel, Katrin Apel und Kati Wilhelm mussten sich nur Russland geschlagen geben. Bronze ging an Frankreich.

Carsten Meyer Unser Redaktionsmitglied berichtet aus Turin

Die deutschen Biathletinnen nachten es sich richtig kuschelig in der Pressekonferenz. Die vier Silbermedaillen-Gewinnerinnen sollten auf dem Podium Platz nehmen, was sich als hoffnungsloses Unterfangen herausstellte. Denn dort saßen schon vier Russinnen, vier Französinnen und drei Dolmetscher. Also rückten die Deutschen ganz eng zusammen, Martina Glagow setzte sich Katrin Apel auf den Schoß. Sie kicherten und waren bester Laune. Ein Zustand, in dem sie sich schon eine ganze Weile befanden. Noch als die Schluss-Läuferinnen auf der Strecke waren, standen Apel, Glagow und Henkel im Zielbereich und versuchten sich als Animateurinnen. Als die führende Russin Albina Achatowa vor ihren letzten Metern um die Kurve gesaust kam, inszenierten die drei Deutschen eine La Ola. „Die Russinnen haben es verdient", sagte Glagow, „sie waren heute die bessere Mannschaft."

Diese bärenstarke Leistung bekam jedoch wenig später einen schalen Beigeschmack - als die Sieger ihre Medaille ihrer wegen Dopings suspendierten Teamkollegin Olga Pylewa widmeten. „Wir sind bei ihr", sagte die von der Unschuld Pylewas überzeugte Swetlana Ischmuratowa.

Der Rückstand der Deutschen betrug am Ende satte 50,7 Sekunden. Ein Abstand, der so groß war, dass sie sich schenken konnten, nach einzelnen Gründen zu suchen. Es gab nur einen: Die Russinnen hatten einen Glanztag erwischt. Wahrscheinlich war deshalb die Stimmung im deutschen Lager so gelöst. „Eigentlich wollten wir um Gold mitlaufen",

sagte Bundestrainer Uwe Müssiggang. Doch das war an diesem Tag fast unmöglich. Die Russinnen trafen 38 von 40 Schüssen, die Deutschen mussten achtmal nachladen. Katrin Apel absolvierte sogar eine Strafrunde. „Das ist ein normales Ergebnis", sagte Wilhelm, „aber wenn du bei Olympia gewinnen willst, musst du ein bisschen besser sein." Alle Deutschen hätten am gestrigen Tag also sein müssen wie Wilhelm. Die 29-Jährige präsentierte sich wie schon bei ihrem Sieg in der Verfolgung in überragender Form und lief die schnellste Runde aller Starterinnen. „Ich fühle mich hier einfach wohl", sagte sie, „das gibt Selbstvertrauen für den Massenstart." Der findet am morgigen Samstag (10 Uhr, ARD) statt.

Für eine im Team ist es die letzte Chance, nicht ohne Medaille heimzukehren. Die Rede ist von Uschi Disl, der erfolgreichsten deutschen Biathletin aller Zeiten. Ausgerechnet auf der Zielgeraden ihrer Karriere droht die 35-Jährige leer auszugehen. Müssiggang hatte in der Staffel Katrin Apel den Vorzug gegeben. „Es war bestimmt nicht leicht für Uschi, nur zuzusehen", ahnte Wilhelm. Das wollte Disl so nicht bestätigen. „Natürlich war es schade", sagte sie, „aber es ist kein Grund sich hängen zu lassen." Zumal sie laut eigener Aussage genügend Zeit hatte, sich darauf vorzubereiten. „Ich habe schon vor zwei Monaten von einem Betreuer erfahren, dass ich nicht aufgestellt werde." Daraufhin habe sie Müssiggang aufgesucht und um Aufklärung gebeten. Der Bundestrainer habe geantwortet: „Dann hat Dir ja schon jemand die Augen geöffnet."

Müssiggang hat den Sachverhalt etwas anders in Erinnerung. „Ich habe mich erst nach dem letzten Training hier vor Ort entschieden." Wie auch immer die Wahrheit lautet: Fakt ist, dass dieser Vorfall für Irritation sorgte. Aber immerhin wartete Wilhelm mit einer vernünftigen Idee zu diesem Thema: „Am besten gewinnt die Uschi beim Massenstart eine Medaille, dann sind alle im Team zufrieden."

Nicht die schlechteste Lösung.

 

Sonntag Aktuell - Turin 2006: 26.02.2006

Die deutschen Biathleten polieren die Bilanz weiter auf: Silber für Kati Wilhelm, Bronze für Uschi Disl in ihrem letzten olympischen Rennen

Drittes Gold: Greis ist der König von Turin

Der eine war der König von Salt Lake City: Ole-Einar Björndalen. Der andere ist der König von Turin: Michael Greis holte gestern seine dritte olympische Goldmedaille. Das Lob von Björndalen: „Der Michi ist unglaublich."

Bei der Pressekonferenz zeigte sich der Perfektionist. Auf die Frage der Dolmetscherin, ob er sein Statement auf Deutsch oder Englisch geben wolle, sagte Michael Greis: „Es ist besser, wenn es übersetzt wird, nicht, dass ich mich blamiere." Als das geklärt war, legte Michael Greis aus Nesselwang in seinem Allgäuer Slang los, er, der wenige Minuten zuvor im Massenstart seine dritte Goldmedaille gewonnen hatte. Mit diesem Dreierpack ist er der erfolgreichste Athlet der Olympischen Spiele.

Sein neuer Titel: König von Turin.
Der König von Salt Lake City, den Spielen vor vier Jahren, ging gestern besonders motiviert ins Rennen. Bis zum vierten Schießen dominierte Ole-Einar Björndalen, doch dann unterliefen dem Norweger zwei Fehler und er musste zweimal in die Strafrunde. Statt Gold blieb dem viermaligen Olympiasieger Bronze. „Beim letzten Schießen habe ich eine große Chance vergeben", gab der Norweger zu, deshalb sei er auch von sich enttäuscht. „Es ist tragisch, dass Ole ohne Gold heimgeht", zeigte Greis Mitleid. In Norwegen zählt nur dieses Edelmetall.

Einträchtig saßen sie gestern nebeneinander, die beiden Könige.: Und Björndalen fand nur lobende Worte über seinen Nachfolger Greis. „Der Michi ist unglaublich. Er schießt gut, wenn er gut schießen muss. Und er läuft auch besser als die letzten Jahre." Dem schloss sich Bundestrainer Frank Ullrich an: „Michi ist der Athlet, der in den vergangenen Jahren am akribischsten daran gearbeitet hat, in die Weltklasse zu kommen." Dazu gehöre nicht nur sein Ehrgeiz, sondern auch seine Liebe zum Detail, mit der er an seinem Material und seiner Waffe arbeite. Und seit er vor einem Jahr sein einziges Weltcuprennen ausgerechnet in San Sicario gewonnen hat, sei er richtiggehend auf die Olympischen Spiele fokussiert gewesen. Sagt sein Heimtrainer Fritz Fischer.

Ihren Fokus auf ein besonderes Ziel hatte bei den Frauen Uschi Disl gerichtet. Bei ihrem letzten Olympiarennen wollte die 35-jährige Kämpferin aus Ruhpolding unbedingt noch einmal eine Medaille gewinnen. Doch danach sah es lange Zeit nicht aus. Der Grund war ihre alte Schwäche, das Schießen. Dreimal verfehlte sie die kleinen schwarzen Scheiben. Doch durch die beste Laufleistung reichte es doch noch zu Bronze. „Die Farbe ist

mir egal, wichtig ist nur die Medaille", sagte Disl breit grinsend.

„Jetzt habe ich von allen Spielen eine Medaille heimgebracht." Wobei sie diese Medaille ihrer Mannschaftskollegin Martina Glagow verdankte. Die Mittenwalderin, mit zweimal Silber mehr als zufrieden, konnte dem Schlussspurt Disls nichts entgegensetzen. Ganz im Gegenteil. „Martina ist beim letzten Anstieg zur Seite gegangen und hat mir zugerufen: Komm, hol dir Bronze", erzählte Disl. Und sie tat, wie ihr befohlen.

Mehr war an diesem Tag für sie nicht drin. Dazu waren Anna Carin Olofsson und fernt war. „Anna Carin war einfach ein wenig schneller", sagte Wilhelm, die sich auch über Silber freute, als wäre es Gold.

Mehr als zufrieden war Thomas Pfüller, der Generalsekretär des Deutschen Skiverbands (DSV). Vor allem mit der Abteilung Biathlon. Die war mit fünfmal Gold, vier Silbermedaillen und zwei Bronzenen so erfolgreich wie nie. „Das ist ein überragendes Ergebnis", sagte Pfüller, „wer hätte gedacht, dass wir das Traumergebnis von Salt Lake noch toppen könnten." Im Moment des großen Erfolgs jedoch hob er schon mal warnend den Finger: „Irgendwann ist mal Schluss. 2010 kann man dies nicht wieder erwarten." Das Hier und Jetzt beurteilte Thomas Bach. „Das ist eine glänzende Bilanz, und das bei diesen hohen Erwartungen. Das spricht für die hervorragende Vorbereitung", sagte der Vizepräsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), der sich fast alle Biathlon-Entscheidungen mit seinem goldenen Mantel angesehen hat. Und damit zu einem Glücksbringer geworden ist.

DSV-Präsident Alfons Hörmann möchte den Rückenwind politisch nutzen. Gestern erneuerte er die Idee, sich mit München um die Olympischen Winterspiele 2018 zu bewerben. Und er hatte schon einen detaillierten Fahrplan an vorbereitenden Veranstaltungen parat: Skiflug-WM in Oberstdorf 2008, alpine WM 2011 in Garmisch-Partenkirchen, nordische Titelkämpfe 2015 - und dann als logische Krönung Olympia.

Diese Spiele werden Michael Greis und Ole-Einar Björdalen nicht mehr als Athleten erleben. Von König zu König allerdings sagte der Norweger seinem Nachfolger: „Mein Leben hat sich nach 2002 geändert. Das Wichtigste für Michi ist, dass er so bleibt, wie er ist, denn die Realität kehrt ganz schnell zurück."

Ein paar Tage Ausnahmezustand dürfen es schon noch sein.

Klaus-Eckhard Jost

Da legst di nieder: Kati Wilhelm (I.) freut sich über Silber im 10-Kilometer-Massenstart hinter der Schwedin Anna Carin Olofsson (r.).

Bild: Witters

 

Sonntag Aktuell - Turin 2006: 26.02.2006

- NACHGEFRAGT -

„Der absolut schönste Tag in meinem Leben"

Er ist der erfolgreichste Sportler der Olympischen Spiele von Turin: Drei Goldmedaillen hat Michael Greis aus Nesselwang gewonnen. Im Gespräch mit Sonntag Aktuell sagt der 29-Jährige: „Ich habe einfach Glück gehabt."

Herr Greis, muss ich Sie zwicken, damit Sie realisieren, was passiert ist?

Ich bin ganz bei mir. Deshalb ist es so gut gegangen.

Sind Sie mit drei Goldmedaillen der König von Turin.

König? Ich habe einfach Glück gehabt.

Glück allein war es wohl nicht.

Bei mir ist alles aufgegangen, was aufgehen hätte sollen können müssen.

Und das bei drei Wettkämpfen.

Was soll ich sagen? Nach dem ersten Wettkampf vor zwei Wochen war ich schon überglücklich, dann hat's mit der Staffel geklappt. Und beim Massenstart wollte ich mich einfach gut präsentieren. Dass es ganz nach vorne reicht, hätte ich nie gedacht.

Wie ist Ihre Gefühlslage?

Das ist der absolut schönste Tag in meinem Leben. Es war ein perfektes Rennen, es war ein Traum. Ich habe Traumspiele erlebt. Das ist der größte Moment für mich, den ich erlebe.

Haben Sie eine Erklärung für Ihre Leistungsexplosion?

Eigentlich war ich schon die ganze Saison immer auf Tuchfühlung. Was mir gefehlt hat, war ein optimaler Wettkampf.

Und den hatten Sie gleich zum Auftakt beim Klassiker über 20 Kilometer?

Im Laufen war ich immer gut, aber im Schießen habe ich nie eine Null geschossen. Da muss man schauen, dass einem die anderen einmal ein bisschen helfen, indem sie nicht optimal treffen. Und hier haben sie mir geholfen.

Ihre Popularität wirdsicher ansteigen. Haben Sie eigentlich einen Manager? Oder hat schon einer angerufen, um sich zu bewerben?

Nein, ich habe mich ausschließlich aufs Sportliche konzentriert. Jetzt freue ich mich, dass ich abfeiern kann. Und vor allem, dass ich heimkomme, zu meiner Familie. Das ist wichtiger als das ganze Drumherum. Das andere kommt alles zu seiner Zeit.

Haben Sie Mitleid mit Ole-Einar Björndalen, dem König von Salt Lake City?

Es ist tragisch für Ole, dass er ohne Gold heimfahren muss. Dabei hat er starke Rennen geliefert. Er hatte im Verfolger die beste Zeit, genauso wie in der Staffel.

Nun sind Sie der Gejagte. Fürchten Sie sich vor diesem Druck?

Es ist immer schwierig, mit dem Mediendruck umzugehen. Man sieht dies an Ole-Einar Björndalen. Ich habe bei der Weltmeisterschaft 2005 in Hochfilzen mit Silber über 20 Kilometer meine erste Einzelmedaille gemacht, aber dann sind wir mit der Staffel leer ausgegangen.

Stimmt es, dass Sie schon damit geliebäugelt haben, mit dem Sport aufzuhören?

Als ich 1996 nach Ruhpolding gegangen bin, hatte ich eine Lehre hinter mir. In der Sportfördergruppe war schon im B-Kader ein enorm großer Konkurrenzdruck, da musste ich um meine Stelle kämpfen. Und es war nicht absehbar, dass ich immer dabei bleiben würde. Der A-Kader war damals mit Athleten wie Frank Luck, Sven Fischer, Ricco Gross, Mark Kirchner und anderen voll.

Heute sind Sie wahrscheinlich froh, dass Sie dabei geblieben sind?

Ja, ich habe Durchhaltevermögen bewiesen und an mich geglaubt. Es war eine harte Zeit. Dass es für mich jetzt in Turin ein so ein gutes Finale gegeben hat, ist unglaublich. Aber Ende kann und will ich es nicht nennen, denn ich will ja noch weitermachen.

Das Gespräch führte
Klaus-Eckhard Jost

Drei Finger, die dritte Goldmedaille: Michael Greis hat im Dreierpack abgeräumt.

Bild: AP

 

Gäubote - Olympiamagazin: 27.02.2006

Drittes Gold: Krönung für König Greis

Bach: „Wir sind Wintersportnation Nummer eins"

Turin - Die Bilanz der deutschen Olympiateilnehmer ist beeindruckend. Elfmal Gold, zwölfmal Silber und sechsmal Bronze bedeuten Platz eins im Medaillenspiegel. Drei Athleten haben dazu besonders beigetragen.
 


VON CARSTEN MEYER

zurzeit Turin
 

Klaus Steinbach, der Präsident des Nationalen Olympischen Komitees (NOK), war richtig gut gelaunt. Er sollte eine kurze Bilanz der Olympischen Winterspiele aus deutscher Sicht ziehen. Zu diesem Thema hätte Steinbach stundenlang mit wachsendem Vergnügen referieren können. Der Kernsatz seiner Aussage war: „Wir können Turin erhobenen Hauptes verlassen." Oder um es mit Thomas Bach, dem Vizepräsidenten des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), zu sagen: „Wir sind die Wintersportnation Nummer eins." Zu verdanken haben sie dies nicht zuletzt den drei deutschen Stars dieser Spiele.

Michael Greis: Spätestens nach seinem Sieg am Samstag im Massenstart wusste der Biathlet Michael Greis nicht mehr, wie ihm in den vergangenen zwei Wochen geschehen war. Drei Goldmedaillen räumte der 29-Jährige ab. Im 20-km-Einzelrennen, in der Staffel und nun im Massenstart. Da musste selbst Greis höhere Mächte als Erklärung hinzuziehen. „Ich danke dem Herrn da oben für das Glück." Mit Glück alleine ist die Erfolgsserie jedoch nicht zu erklären. „Der Michi", sagt Bundestrainer Frank Ullrich, „ist der akribischste Arbeiter von allen." Das hat sich nun in San Sicario endlich ausgezahlt. Dabei hätten viele an der Stelle von Greis die Flinte schon vor Jahren ins Korn geworfen. Erst mit 24 Jahren schaffte er den Sprung ins Weltcupteam, die ersten Erfolge ließen lange auf sich warten.

Seinen ersten Weltcupsieg feierte der Nesselwanger vor einem Jahr - in San Sicario. Dort heimste er nun das größte Lob vom Ole Einar Björndalen ein. Der Norweger, der 2002 viermal Wilhelm hatte schon 2002 zweimal Gold und einmal Silber gewonnen. Aber immerhin gab sie zu: „Der Wechsel tat mir gut." Vor allem, weil sie in eine stärkere Trainingsgruppe kam - mit Uschi Disl. Die 35-jährige Bayerin krönte am Samstag mit Platz drei im Massenstart ihre beispiellose Karriere - es war ihre neunte Olympiamedaille. Zusammen mit Claudia Pechstein ist Disl damit die erfolgreichste deutsche Olympiateilnehmerin aller Zeiten. Aber Kati Wilhelm sitzt ihr schon bedrohlich im Nacken. Andre Lange: Es gibt Menschen, die etwas irritiert sind, wenn sie den Spitznamen von Bobpilot Andre Lange hören. „Bärchen" wird der 32-Jährige gerufen. Bei 1,89 Meter Größe und 92 Kilogramm Gewicht eine recht zweifelhafte Verniedlichung der anatomischen Gegebenheiten. Die Konkurrenz ist jedenfalls schon länger eingeschüchtert und vor allem ziemlich chancenlos. Lange gewann in Turin sowohl im Zweier- als auch im Viererbob Gold. Danach steppte der Bär im deutschen Haus in Sestriere. „Schnelle Flutung", umschrieb Lange vor Ort seine Zielsetzung. Er hatte es sich zusammen mit seinen Anschiebern Kevin Kuske, Rene Hoppe, Martin Putze verdient. „Da hinten sind die Rennpferde, die das Ganze beschleunigen müssen", lobte der 32-jährige Oberhofer seine Mitfahrer im Viererbob. Die Gegner sind mittlerweile frustriert und meckern schon mal über den Materialvorteil des Deutschen. Sein Bob wurde vom Institut für Forschung und Entwicklung von Sportgeräten (FES) in Berlin geplant. Kostenpunkt: 75 000 Eure. Lange kontert mit einem Vergleich: „Michael Schumaeher wird in einem Minardi nie Weltmeister - aber auch Ferrari wäre ohne Schumacher nicht Weltmeister geworden." Soll heißen: Ein schneller Bob alleine reicht nicht. Man braucht auch noch ein Bärchen, das ihn steuern kann.

Stammgäste auf der Medal Plaza: Die Biathleten Kati Wilhelm und Michael Greis (u. li.) sowie das Bob-Team von Andre Lange (o. re.)

Montage: StN/F.: dpa (2), AFP

 

Gäubote - Olympiamagazin: 27.02.2006

Rekordergebnis verpasst

Auf Leserwunsch: Neu berechneter Medaillenspiegel

Stuttgart (StN) - Die Kriterien für den Medaillenspiegel sind im Grunde klar geregelt: Gold dominiert. Sprich: Eine Goldmedaille zählt mehr als zehn silberne. Da kann man sich schon einmal fragen, ob dies einer fairen Berechnung entspricht. Zahlreiche Leser unserer Zeitung meinen Nein und regten eine andere Art der Berechnung an. Wir kommen zum Abschluss der Olympischen Winterspiele in Turin diesem Wunsch nach und vergeben für die gewonnenen Medaillen Punkte: drei für Gold, zwei für Silber und einen Punkt für eine Bronzemedaille.

Das sorgt nach den 84 Entscheidungen von Turin für einige Veränderungen im Medaillenspiegel. Zwar nicht an der Spitze - Deutschland bleibt die erfolgreichste Nation in Turin vor den USA. Doch schon auf Platz drei folgt die erste Änderung: Kanada schafft es dank zahlreicher Silbermedaillen noch auf das Podest und teilt sich Rang drei mit Österreich. Den größten Sprung macht aber Norwegen - weil die Skandinavier zwar nur zwei Gold-, dafür aber acht Silbermedaillen gewannen. Von Platz 13 geht es deshalb rauf auf Rang sechs.

Erfolgreichster Athlet der Spiele war der Südkoreaner Ahn Hyun-Soo mit dreimal Gold und einmal Bronze im Shorttrack. Nach den Siegen über 1000 und 1500 Meter krönte er mit dem Erfolg in der Staffel seine Leistung. Auf Platz zwei folgt der deutsche Biathlet Michael Greis zusammen mit der Südkoreanerin Jin Sun-Yi (Shorttrack), die ebenfalls dreimal gewann.

Greis verhalf mit seiner Ausbeute der deutschen Olympiamannschaft zum viertbesten Ergebnis aller Zeiten. Die erfolgreichste Bilanz wurde vor vier Jahren erzielt. In Salt Lake City gewannen die deutschen Athleten zwölf Gold-, 16 Silber- und acht Bronzemedaillen. Es folgen die Spiele von Nagano (12-9-8) und Calgary (11-14-8). In Kanada waren allerdings noch zwei deutsche Mannschaften am Start.

Medaillenspiegel neu
(Stand 84 Entscheidungen)
 
  Punkte
1. Deutschland 63
2. USA 52
3. Österreich 48
Kanada 48
5. Russland 44
6. Norwegen 31
7. Schweden 30
8. Schweiz 28
9. Südkorea 26
10. Italien 21
11. China 19
12. Frankreich 17
Niederlande 17
14. Finnland 15
15. Estland 9
16. Tschechien 8
17. Kroatien 7
18. Australien 4
19. Japan 3
Polen 3
21. Bulgarien 2
Großbritannien 2
Slowakei 2
Weißrussland 2
Ukraine 2
26. Lettland 1
Medaillenspiegel alt
(Stand nach 84 Entscheidungen)
 
  Gold Silber Bronze
1. Deutschland 11 12 6
2. USA 9 9 7
3. Österreich 9 7 7
3. Russland 8 6 8
5. Kanada 7 10 7
6. Schweden 7 2 5
7. Südkorea 6 3 2
8. Schweiz 5 4 5
9. Italien 5   6
10. Frankreich 3 2 4
Niederlande 3 2 4
12. Estland 3    
13. Norwegen 2 8 9
14. China 2 4 5
15. Tschechien 1 2 1
16. Kroatien 1 2  
17. Australien 1   1
18. Japan 1    
19. Finnland   6 3
20. Polen   1 1
21. Bulgarien   1  
Großbritannien   1  
Slowakei   1  
Weißrussland   1  
25. Ukraine     1
26. Lettland     1

 

Gäubote - Titelseite: 27.02.2006

Furioses Finale in Turin

Deutsches Team auf Platz eins

Turin (cm) - Die Olympischen Winterspiele 2006 von Turin sind Geschichte: Am Sonntag beendete die Schlussfeier die Wettkämpfe - 2010 weht die olympische Fahne im kanadischen Vancouver.

Mit einem furiosen Finale hat die deutsche Olympia-Mannschaft den vor vier Jahren an Norwegen verlorenen Spitzenplatz in der Länderwertung zurückerobert: Mit insgesamt elf Gold-, zwölf Silber- und sechs Bronzemedaillen setzte sich das Team vor den USA (9/9/7) durch. Am Wochenende gab es zum dritten Mal Gold für Biathlet Michael Greis, Gold für Viererbob-Pilot Andre Lange, dazu zwei Silbermedaillen für Eisschnellläuferin Claudia Pechstein und Biathletin Kati Wilhelm sowie Bronze für Biathlon-Urgestein Uschi Disl.

Am Sonntag hatte der Italiener Giorgio di Centa den Gastgebern im 50-km-Ski-Marathon das fünfte Gold beschert, die letzte Entscheidung fiel im Eishockey. Dabei schlug Schweden Finnland mit 3:2.

Tagesthema

Abschied aus Turin: Die deutsche Mannschaft bei der Abschiedsfeier am Sonntagabend

Foto: dpa

 

Gäubote - Titelseite: 27.02.2006

TAGESTHEMA

Weltspitze

VON MARTIN HAAR

Vogelgrippe, Streik, Arbeitslosigkeit, Hoffnungslosigkeit. Du-bist Deutschland. Das Land der Dichter und Denker, das nur zu gerne in diese rätselhafte und verführerische Melancholie verfällt. Aber sollten diese Schlagworte tatsächlich zu Trübsinn führen, dann gilt auch der Umkehrschluss. Positive Botschaften können eine Wirkung aussenden, der sich auch keiner entziehen kann. Die Signale dieser Botschaft kommen aus Turin und lauten: Deutsche Athleten sind Weltspitze.

Bei den Olympischen Winterspielen gab es für das deutsche Team den dritten Gesamtsieg nach 1992 und 1998. Zusammen waren es elf Gold-, zwölf Silber- und sechs Bronzemedaillen. Du-bist-Deutschland. Eine Nation ist stolz auf die herausragenden Leistungen. Die Wintersportler haben ihren Teil dazu beigetragen, im Land die Anflüge von Pessimismus zu vertreiben. So wie es angeblich die Optimismus-Kampagne mit dem Slogan „Du bist Deutschland" geschafft hat: Die Wende im Kopf herbeizuführen. Alleine durch die positiven Signale sei dieser Werbekampagne die Trendwende gelungen: Die Konsumlust der Deutschen wächst wieder. Das Geschäftsklima legt ebenso zu wie die Investitionsneigung der Unternehmen. Auch wenn es sich zunächst nur um einen gefühlten Aufschwung handeln sollte: Mit großen Gefühlen lässt sich viel bewegen. Das lehrten uns die deutschen Athleten in Turin. Ihre Spitzenleistung zeigt: Du bist Deutschland. Jeder kann alles sein - wenn er nur will. Jeder darf symbolisch in den Medaillenspiegel schauen und sich darin wieder finden. So gesehen haben die deutschen Sportler nicht nur ein Top-Ergebnis erzielt, ihre Leistung ist eine Botschaft für mehr Zuversicht.

 

 
 

 

 

nach obenzum Seitenanfangnach oben

Copyright © 1999: Wilfried Fett - hier klicken zum Impressum und Haftungsausschluss
Senden Sie E-Mail mit Fragen oder Kommentaren zu dieser Website an wilfried.fett@t-online.de