FITA Recurve, Compound
Darstellung Compound- und FITA Recurvebogen
GRUNDEINSTELLUNGEN AM RECURVE-BOGEN
Tiller einstellen
Tiller ist der Unterschied zwischen oberem Wurfarm zur Sehne und unterem Wurfarm zur Sehne, gemessen bei der Wurfarmaufnahme des Mittelteils. Bei älteren Bögen ist der Tiller größer, neuere Bögen benötigen keinen und nur wenig Tiller. Hoyt empfiehlt einen Tiller von 0 bis 9,5 Millimeter (oberer Abstand ist 0 bis 9,5 mm größer). Allgemein wird davon ausgegangen, dass der obere Tiller um folgenden Wert größer sein sollte:
66-Zoll-Bogen: 2 mm
68-Zoll-Bogen: 3 mm
70-Zoll-Bogen: 4 mm
Standhöhe einstellen
Die Standhöhe wird gemessen zwischen Sehne und tiefstem Teil der Griffschale. Es ist nicht ganz so einfach, die ideale Standhöhe zu finden. Der Bogen sollte einen guten Sound machen, kaum vibrieren, weit werfen und gut gruppieren. Bei niedriger Standhöhe wird der Bogen etwas weiter werfen, aber blechern klingen und nicht so gut gruppieren. Bei hoher Standhöhe wird er nicht so weit werfen, aber gut klingen und gruppieren.
Hoyt (und auch W&W) empfiehlt folgende Standhöhen (laut Easton sollte man am unteren Ende der Herstellerangaben beginnen):
64 Zoll: 20,5 bis 22 cm (Mittelwert 21,25)
66 Zoll: 21 bis 22,8 cm (Mittelwert 21,9)
68 Zoll: 21,5 bis 23,5 cm (Mittelwert 22,5)
70 Zoll: 22 bis 24 cm (Mittelwert 23)
Makulatur werden die Herstellerangaben jedoch dadurch, dass bei neueren Hoyt-Mittelteilen die Griffmulde inzwischen rund ein Viertel Zoll (0,64 cm) tiefer ist, als bei älteren Modellen. Die Standhöhenangaben im Handbuch sind jedoch seit Jahren gleich geblieben.
Misst man etwa bei einem “Gold Medalist” eine Standhöhe von 22,4 cm, wären das mit gleicher Sehne bei einem “Nexus” 23 cm. Der Abstand von Sehne zu Button ist aber dann bei beiden 22 cm.
Tatsächlich hängt die Standhöhe ohnehin vom persönlichen Schießstil ab und muss mühsam ausgeschossen werden. Das funktioniert aber erst, wenn man schon einigermaßen gut schießt.
Entfernung wählen, bei der man noch gut gruppiert (50 Meter) und mit der Standhöhe am unteren Ende beginnen.
Einige (nummerierte) Pfeile schießen, Auf Sound und Vibrationen achten. Ergebnis notieren.
Standhöhe etwas erhöhen durch Eindrehen der Sehne, Ergebnis notieren.
Weiter so bis zum oberen Ende der Herstellerangaben.
Die richtige Standhöhe ist erreicht, wenn die Pfeile am höchsten landen, gut gruppieren und der Bogen gut klingt.
Nockpunkt auf Grundstellung
Vorläufigen Nockpunkt bei 0,8 cm anbringen.
Hoyt empfiehlt einen Nockpunkt zwischen 0,95 cm und 1,3 cm, Easton zwischen 0,6 und 1,3 cm.
Der eigentliche Nockpunkt wird durch den „Rohschafttest“ leicht ermittelt. Erst wenn dieser feststeht, einen zweiten Nockpunkt unterhalb des Pfeils anbringen (empfehlenswert).
Pfeilauflage einstellen
Pfeilauflage in der vertikalen Richtung so einstellen (oder ankleben), dass der Pfeil mittig (oder minimal unterhalb) am Buttonknopf liegt.
In horizontaler Richtung kommt es auf die Pfeilauflage an:
Bei geradem Auflagefinger sollte dieser so eingestellt (oder gekürzt) werden, dass er nicht über den Pfeil hinaus ragt.
Bei Pfeilauflagen, bei denen der Auflagefinger am Ende nach oben gebogen ist, kann man das Ende mit einem Seitenschneider abzwicken, um mit einem Klicker schießen zu können. Man kann die Biegung aber auch beibehalten. Dann sollte der Pfeil nur auf dem horizontalen, nicht nach oben gebogenen Bereich der Pfeilauflage liegen (nicht auf dem nach oben gebogenen Teil. Das ragt dann über den Pfeil hinaus).
Bei Hoyt Super Rest Auflagen (oder dergleichen) wird nur die Auflage entsprechend des Pfeils etwas abgezwickt.
Button einstellen
Beim Button erst einmal die Feder mit mittlerer Härte wählen und mittlere Federspannung einstellen.
Button so weit in das Bogenfenster schrauben, bis die Spitze der Pfeilspitze 1,6 bis 3,2 Millimeter seitlich links von der Sehne ist. Die Entfernung ist abhängig vom Pfeiltyp. Die Feineinstellung geschieht später mit dem Berger-Test.
Grundstellung:
Alupfeil: 3,2 mm
ACC 2,5 bis 3,2 mm
ACE 2,5 mm
X10 mittig bis 1,5 mm
Visier auf Grundstellung
Das Visier sollte mittig hinter der Sehne zum aufgenockten Pfeil stehen.
Freiräume überprüfen
Die Federn der Pfeile dürfen nicht die Pfeilauflage oder das Mittelteil berühren oder sogar am Visier anschlagen.
Nocksitz auf der Sehne
Die richtige Lösekraft des Nocks von der Sehne ist insbesondere bei Bögen mit geringem Zuggewicht (< 30 lbs) von Bedeutung. Sitzt der Nock zu fest auf der Sehen (ist diese also zu dick umwickelt) so kann sich dadurch die Gruppierung verschlechtern. Der Nock sollte aber auch nicht zu leicht von der Sehne lösen, da dies Fehlschüsse verursachen kann und der Pfeilschaft weicher reagiert. Den optimalen Sitz hat die Nocke,
wenn sie sich vertikal auf der Sehne verschieben läst, ohne dabei herumzuwackeln. Dreht man den Pfeil um die Längsachse, so sollte sich der Nock nicht oder nur ganz wenig an der Sehne verkippen lassen. Gleiches gilt, wenn man die Sehne dreht. Dann sollte der Nock (bzw. Pfeil) sich nicht mitbewegen.
Zum Testen der Lösekraft hält man den Bogen so vor sich hin, dass der Pfeil frei nach unten herunterhängt. Der Pfeil sollte nicht schon durch das Eigengewicht von der Sehne lösen. Nun schlägt man im Bereich der Mittenwicklung leicht mit dem Finger auf die Sehne wobei sich der Nock von der Sehne löst und der Pfeil herunterfällt. Löst sich der Nock nicht von der Sehne so sitzt er zu stramm und die Mittenwicklung oder der verwendete Nockpunkt müssen dünner gemacht werden oder man verwendet einen größeren Nock.
