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Der Schützenverein
von 1928 bis 2008
Eine Zusammenstellung von Wilfried Fett
Bondorf im Künstlerblick
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...und hier unser

 

Pressespiegel

 

Gäubote: August 1984

SPORTSCHIESSEN

Moderner Sport mit Tradition

Einführung in das sportliche Schießen (Teil 1) 

(wf). Die Vorbereitungen für die IV. "fahr rad + schiess"-Veranstaltung im Oberen Gäu sind bereits angelaufen. Mit in den beteiligten Schützenhäusern ausliegenden Faltblättern laden die Sportschützen die Bevölkerung am 2. September zum näheren kennenlernen des Schießsports ein. Kombiniert ist die Aktion mit einer Radwanderveranstaltung, so daß man sich auch ohne zu schießen allein mit dem Fahrrad trimmen kann. Sicher ist dem Olympia-Beobachter aufgefallen, daß auch Schießen zu den Olympischen Disziplinen gehört. In der Tat zählt das sportliche Schießen seit 1896 zum Standardprogramm. Die Geschichte des Schießsports ist es wert, näher darauf einzugehen.

Als älteste deutsche Schützenvereinigung wird Karls Schützengilde zu Aachen von 1198 genannt, die ihre Entstehung einem Privileg Karls des Großen verdanken soll. Zu damaliger Zeit übte man sich mit der Armbrust. Aber schon vor zwei- bis dreitausend Jahren soll man sich im Bogenschießen gemessen haben. Aus dem fernen Osten ist überliefert, daß Bogenschießen dort als Meditationsübung diente. Nachdem 1330 das Schießpulver erfunden wurde, gründeten sich Ende des 14. Jahrhunderts, hauptsächlich in den Städten, zahlreiche ,,Feuerschützengesellschaften". In der Folge wurden sie mehr und mehr zur Verteidigung der (Reichs-)städtischen Freiheiten eingesetzt. Die Schützen waren seinerzeit in Bruderschaften zusammengeschlossen die sich in ihrer Organisation an die Zunftverfassungen anlehnten; heute noch satzungsmäßig verankerte Bezeichnungen wie Oberschützenmeister, Schützenmeister, Schatzmeister, sind sicher aus dieser Zeit übernommen worden. Bis zu den reinen Sportschützenvereinen heutiger Prägung war es aber noch ein weiter Weg.

Doch schon sehr früh taten sich die Schützen mit ihren sportlichen und gesellschaftlichen Veranstaltungen hervor. Nach Zerfall des Rittertums waren sie es, die die Aufmerksamkeit anstelle der Turniere und Reiterspiele auf sich lenkten. Die Schützen wurden mehr und mehr zu Vertretern ihrer Städte bzw. Landesherren, sandten sich gegenseitig sogenannte ,,Ladbriefe" als Einladungen zu ihren Schießveranstaltungen und sicherten sich mitunter freies Geleit zu; wenn sich auch die Landesherren meist nicht sehr verträglich zeigten, reizte doch damals schon der sportliche Vergleich ungemein. Mit Beginn des Dreißigjährigen Krieges im Jahre 1618 war es dann mit dieser Schützenherrlichkeit vorbei. Trotzdem kam das Schützenwesen auch in der folgenden schweren Zeit nie ganz unter, wie Urkunden und Erinnerungsstücke alter Schützengesellschaften noch heute zeigen. Anfang des 19. Jahrhunderts trat mit bescheiden wachsendem Wohlstand wieder eine Wende zum Besseren ein. Gesellschaftliche Schießen waren wieder "in" und belebten das Schützenwesen aufs neue.

Die nationale Bewegung des Jahres 1848 (Deutsche Nationalversammlung) zog überall im Land die Gründung von Bürgerwehren nach sich. 1859 führte der Krieg Frankreich/Österreich mit der Bedrohung Süddeutschlands in unserem Raum zur Gründung von zahlreichen Freiwilligenkorps, die aber meist in den Schützenvereinen aufgingen. Die Schützenvereine, -gilden und -gesellschaften selbst schlossen sich 1861 in 

Gotha zum Deutschen Schützenbund zusammen. Nicht zuletzt deshalb wurden die Bestrebungen immer stärker, das Schießen hauptsächlich als Sport zu betreiben, zumal die bis dahin gebräuchlichen Infanteriewaffen immer mehr durch spezielle Scheibenbüchsen ersetzt wurden. Ende des vorherigen Jahrhunderts lösten sich viele Schützen aus den Veteranenvereinigungen, um eigene Schießstände zu errichten. Letztlich hat aber das Zusammengehörigkeitsgefühl der Schützen hierunter nicht besonders gelitten, denn die Veteranenvereinigungen zogen meist nach und begründen heute die vielfach Jahrhunderte währende Tradition mancher Schießsportvereine.

Der Erste Weltkrieg brachte dann einen großen Einbruch. Aber auch da fanden sich wieder Idealisten, die den sportlichen Charakter des Schießsports herauskehrten, ohne sich freilich von den Tugenden alter Tradition abzuwenden. Die Schützenvereine und damit der Schießsport kamen trotz wirtschaftlich bedrängter Zeit zu neuer Blüte. Zahlreiche Vereinsgründungen - auch in unserem Raum - belegen dies. Aber noch einmal lief das Zeitgeschehen dem Selbstverständnis der Sportschützen zuwider, man war plötzlich nicht mehr Herr im eigenen Haus und mußte die Anlagen schließlich ganz aufgeben. Erst relativ spät ließ sich ein Neubeginn realisieren. So kommt es, daß heute die Teilnehmer der ,,fahrrad + schiess"-Veranstaltung auch im Oberen Gäu durchweg neue und moderne Schießsportanlagen vorfinden.

Mit diesem Emblem werben die Sportschützen für ihre IV. ,,fahr rad und schiess" - Veranstaltung am 2. September im Oberen Gäu. Gestartet werden kann an jedem Schützenhaus der Schießsportgemeinschaft Oberes Gäu, wobei mindestens zwei andere Schützenhäuser aufgesucht werden müssen. Nach Rückkehr erhalten die Radwanderer die ,,Trlmm-Medaille" des Deutschen Sportbundes und für eventuelle Schießergebnisse eine Urkunde. Beteiligt an dieser Aktion im Rahmen des Sport-Spiel-Spaß-Programms des Württembergischen Landessportbundes sind die Schießsportvereine  Bondorf, Öschelbronn, Mötzingen, sowie Hailfingen, Seebronn und Wendelsheim. In den genannten Schützenhäusern liegen Faltblätter mit weiteren Informationen aus.

Gäubote: August 1984

SPORTSCHIESSEN

Die ,,Langwaffen" des Sportschützen

Einführung in das sportliche Schießen (Teil 2) 

(wf). Die Teilnehmer der IV. ,,fahr rad + schiess-Veranstaltung werden im September Gelegenheit haben, sich mit dem Luftgewehr im Stehend- und mit dem KK-Gewehr im Liegendanschlag zu versuchen. Beides sind olympische Disziplinen - jedoch nicht die einzigen Wettbewerbe, die bei den Schützenvereinen der Schießsportgemeinschaft Oberes Gäu trainiert werden. Ähnlich wie im Leichtathletikbereich, gibt es eine Vielzahl von Wettbewerben. In den verschiedenen Waffenarten wird darüber hinaus nicht nur nach männlich und weiblich getrennt, sondern auch nach Altersklassen und Anschlagsarten; der Schießsport kann daher bis ins hohe Alter wettkampfmäßig betrieben werden.

Die Sportordnung des Deutschen Schützenbundes ist wohl nicht zuletzt deshalb zum umfangreichsten Regelwerk gediehen. Schon von altersher reizte es die Schützen, ihre Treffsicherheit zu beweisen, entsprechend war der Ideenreichtum bei der Gestaltung von Gerät und Ausrüstung. Unter der Rubrik Gewehrschießen werden nicht weniger als neun Wettbewerbe aufgeführt, laufende Scheibe, Wurftauben- und Vorderladerschießen - die in anderen Kapiteln stehen - nicht eingerechnet. Darüber hinaus gibt es noch Wettbewerbe im Pistolenschießen, Vorderlader, Armbrust- und Bogenschießen.

Die bekannteste und weitverbreiteste Disziplin ist das Luftgewehrschießen. Der ,,Zehner" auf der in 10 m Entfernung stehenden Scheibe hat einen Durchmesser von 1 mm und ist im Stehendanschlag zu treffen. Für Schüler- und Jugendklassenschützen sind - zur Heranführung an die KK-Dreistellungskampfdisziplin - Wettbewerbe im Liegend-, Stehend- und Kniendanschlag vorgesehen. Zugelassen sind Luftdruck- und C02-Gewehre mit einem Kaliber bis max. 4,4 mm.

Früher mehr verbreitet war der Zimmerstutzen, der aber auch heute noch treue Anhänger hat und wieder im Kommen ist. Er wird auf 15 m geschossen, hier beträgt der Durchmesser des ,,Zehners" 4,5 mm. Geschossen wird mit Rundkugeln bis KaIiber 4,5 mm, die von einem Randzünder als Treibladung ins Ziel gebracht werden. Weil die Waffe viel Pflege beansprucht und auf die verschiedenen Treibladungen sensibel reagiert, ist sie etwas für Spezialisten, die mit ihr hervorragende Ergebnisse erzielen.

Die Disziplin Kleinkalibergewehr (Freie Waffen) kennt wieder zwei Wettbewerbe: Zum einen den Dreistellungskampf mit 120 Schuß zusammen zu je einem Drittel im Liegend-, Stehend- und  Kniendanschlag und den reinen Liegendwettbewerb mit 60 Schuß. Die Scheibenentfernung beträgt hier 50 m, wobei der ,,Zehner" einen Durchmesser von 12,4 mm hat. Wegen der Gesamtschußzeit von 1 1/2 bzw. sogar 2 Stunden ist der Wettbewerb nicht so verbreitet.

Beim Kleinkaliber-Standardgewehr sind die Beschränkungen für Ausrüstungen an der Waffe enger gefaßt. Möglicherweise wegen der größeren Chancengleichheit bei weitgehend identischen Waffen und des halbierten Schußprogramms der Freien Waffe, nämlich 60 Schuß, ist der KK-Standardgewehrwettbewerb neben dem Luftgewehr zur beliebtesten Disziplin geworden. Viele Schützen greifen auch mit dieser Standardwaffe in den 60-Schuß-Liegendwettbewerb der Freien Disziplin 

ein. Für alle Kleinkaliberdisziplinen ist das Kaliber 5,6 mm vorgesehen.

Ein größeres Gelände erfordert die 100-Disziplin. In Seebronn und Hailfingen bereits realisiert, wird der Radwanderer der ,,fahr rad + schiess"-Veranstaltung in Bondorf einen baulich weitgehend vorbereiteten 100-m-Stand vorfinden (Anm.: seit Juni 1999 fertig). Der Durchmesser des ,,Zehners" beträgt 50 mm, geschossen werden 30 Schuß im Stehendanschlag. Neben der Kleinkalibermunition im Kaliber 5,6 mm ist auch das wenig benutzte Kaliber 8,15 für sogenannte Scheibenstutzen zugelassen.

Bei uns wenig verbreitet ist die 300-m-Disziplin, soll aber der Vollständigkeit wegen trotzdem behandelt werden. Der ,,Zehnerring" hat einen Durchmesser von 10 cm, die übrigen Ringe sind jeweils 5 cm breit. Auch hier gibt es wieder zwei Wettbewerbe, nämlich den Dreistellungskampf wie beim KK-Schießen und den reinen Stehendwettbewerb. Zugelassen sind Waffen bis zum Kaliber 8 mm, wobei wegen der nicht so eng gefaßten Reglementierung von einer Freien Waffe gesprochen wird.

 

Schöne Ausblicke 

Zwei Rundkurse, die in Bondorf miteinander verknüpft sind, ergeben Streckenlängen von 15 bis zu über 30 km auf größtenteils befestigten Feld- und Waldwegen. Schöne Ausblicke über die Gäulandschaft, dem Schönbuch und der Schwäbischen Alb werden die Radwanderer bei ihren Fahrten von Schützenhaus zu Schützenhaus für manchen Schweißtropfen entlohnen. Wer sich besonders fit fühlt, kann sich zusätzlich in Bondorf, Öschelbronn, Mötzingen und/oder Hailfingen, Seebronn und Wendelsheim im Sportschießen versuchen; eine Urkunde mit dem Schießergebnis gibt es dann zusätzlich zur Trimm-Medaille fürs Radlahren. In Bondorf können die Besucher auch noch übers Kegeln zu einer Medaille kommen. Natürlich hoffen die Veranstalter, die Schießsportgemeinschaft Oberes Gäu, für den 2. September auf bestes Wetter; gestartet wird die Sport-Spiel-Spaß-Aktion des Württembergischen Landessportbundes auf jeden Fall.

Gäubote: August 1984

SPORTSCHIESSEN

Die ,,Kurzwaffen" des Sportschützen

Einführung in das sportliche Schießen (Teil 3) 

(wf). Für die Ausübung des Schießsports müssen umfangreiche Sportanlagen vorgehalten werden. Wie der Radwanderer der am 2. September stattfinden IV. ,,fahr rad + schiess"-Veranstaltung feststellen wird, liegen diese Sportanlagen meist etwas abseits von Ortschaften und in hübscher Umgebung. Mit viel persönlichem Einsatz und Liebe fürs Detail erbauten die Schützen ihre Anlagen durchweg selbst und unterhalten sie auch in Eigenregie. Die ,,öffentliche Hand" ist für die über 1,2 Millionen Schießsportler wenig gefordert, obwohl sie im Deutschen Sportbund den viertgrößten Fachverband stellen. Dabei mußten die Sportstätten städing erweitert werden; zu den Gewehrdisziplinen kamen im vermehrten Maße die Kurzwaffen hinzu.

Nicht nur als Kurzwaffe für den Anfänger, sondern auch als ideale Übungs- und Wettkampfwaffe für den ,,Profi" unter den Pistolenschützen, hat die Luftpistole weite Verbreitung gefunden. Wegen des relativ langen Laufes und der gegenüber Faustfeuerwaffen langsamen Geschoßgeschwindigkeit verlangt sie eine äußerst präzise Schußauslösung. Geschossen wird mit Luft- und C02-Pistolen, das Kaliber beträgt wie beim Luftgewehr 4,5 mm. Die in zehn Meter Entfernung stehende Scheibe hat einen ,,Zehnerring" von 12 mm Durchmesser. Geschossen wird, wie bei allen sportlichen Pistolendisziplinen, nur mit einer Hand und stehend freihändig.

Nach der Luftpistole ist die Sportpistole am weitesten verbreitet. In dieser Disziplin wird nach Klein- und Großkaliber unterschieden. Für die Kleinkaliberwettbewerbe sind Kaliber bis 5,6 mm zugelassen, das Großkaliber bewegt sich zwischen 7,6 und 11,6 mm. Geschossen wird das Schießprogramm je zur Hälfte auf sogenannte Präzisions- und Duellscheiben. Präzisionsscheiben sind feststehend, wobei der ,,Zehner" einen Durchmesser von 5 cm hat. Die Duellscheiben jedoch zeigen sich dem Schützen für jeden Schuß nur drei Sekunden und drehen sich dann weg. Die Scheibenentfernung beträgt 25 Meter. 

Ebenfalls auf die Duellscheiben wird mit der Standardpistole geschossen; als Kaliber sind Randfeuerpatronen bis 5,6 min zugelassen. Hier wird in drei aufeinanderfolgenden Durchgängen auf die 25 Meter entfernten Scheiben geschossen - und zwar besteht jeder Durchgang aus vier Serien a fünf Schuß, die jeweils im sich verkürzenden Zeitabstand von 100, 50, 20 und zuletzt 10 Sekunden abzugeben sind - danach drehen sich die Scheiben weg.

Ähnliches tut sich in der Disziplin 

Schnellfeuerpistole. Die fünf nebeneinanderstehenden Silhouettenscbeiben zeigen sich dem Schützen jeweils nur acht, dann sechs und zuletzt nur vier Sekunden. Der Schütze muß alle fünf Scheiben in dieser Zeit beschießen, wobei der Wettbewerb aus zwei Halbprogrammen zu je 30 Schuß besteht. Für die Waffe selbst das Kaliber 5,6 mm vorgeschrieben. Um das rückstoßbedingte Steigen der Waffe einzuschränken, wird von den Schützen Munition mit schwächerer Ladung verwendet.

Die größte Präzision wird dem Pistolenschützen in der Disziplin Freie Pistole abverlangt. Die Scheibenentfernung beträgt hier nämlich 50 m, wobei der ,,Zehner" nur 5 cm breit ist. Für die in ihrer Reglementierung weitgehend ,,freie Waffe" ist jedoch das Kaliber 5,6 mm bindend vorgeschrieben. Stecherabzug und der Handform angepaßte Griffschalen erleichtern zwar dem Schützen die ruhige Schußlabgabe, trotzdem ist diese Disziplin nur etwas für erfahrene Sportschützen mit längerer Schießpraxis.

Beidhändiges Schießen, schießen aus Deckungen und wechselnden Standorten hat als sogenanntes Kampfschießen nichts mit dem sportlichen Schießen zu tun und ist nach der Sport- und Standordnung des Deutschen Schützenbundes schon von jeher verboten. Im übrigen sind die speziell entwickelten Sportwaffen für solche Zwecke nicht geeignet.

Die ,,fahr rad - schiess"-Veranstaltung am 2. September hat aus organisatorischen Gründen nur die Langwaffendisziplinen Luftgewehr und KleinkaIiber 50 Meter liegend im Programm, für Interessierte am sportlichen Pistolenschießen besteht trotzdem Möglichkeit zum Kennenlernen: Alle beteiligten Vereine geben Auskunft über ihre Trainingszeiten und halten vereinseigene Sportwaffen bereit.

Gäubote: August 1984

SPORTSCHIESSEN

Donnerhall und Pulverdampf - lautlos mit dem Bogen

Einführung in das sportliche Schießen (Teil 4) 

(wf). Neben dem allgemein als klassisch anzusehenden Lang- und Kurzwaffenwettbewerben in den bekannten Disziplinen haben die Schießsportvereine noch manch anderes $chießsportgerät für den sportlichen Vergleich parat. Mit dem Wurftaubenschließen und der Laufenden Scheibe lehnt man sich ans jagdliche Schießen an; Vorderladerschießen, Armbrust- und Bogenschießen runden das umfangreiche Schießsportangebot ab.

Beim Wurftaubenschießen wird natürlich nicht auf richtige Tauben geschossen. Die Kunststoff- früher Tontauben werden beim Trapschießen aus Wurfmaschinen nach einem festgelegten Schema rechts und links bei unterschiedlichen Höhen, geschleudert - der Schütze muß sie von seinem 15 m davorgelegenen Standplatz treffen. Für jeder Taube steht ihm dabei zwei Schüsse zu. Die Wurftauben haben einen Durchmesser von ca. 11 cm bei einer Höhe von ca. 25 bis 28 mm. Geschossen wird mit Schrotgewehren bis zum Kaliber 12. 

Die gleiche Waffe und Munition wird auch beim Skeetschießen verwendet, auch die Taube ist die gleiche. Hier ist aber der Schießplatz in acht halbkreisförmig angeordnete Standpositionen eingeteilt. Die Wurftauben fliegen abwechselnd aus den links und rechts befmdlichen ,,Hoch bzw Niederhaus", wobei der Schütze seine Waffe nicht vorher in Anschlag bringen darf. Abgesehen von den unterschiedlichen Bedingungen, darf nur jeweils ein Schuß abgegeben werden.

Auch beim Laufenden Keiler verirren sich die Sportschützen nicht ins Jagdrevier. Sie lassen einen Keiler aus Pappe die Schneise kreuzen, der sogar noch auf einen Schlitten gefahren wird, um die 2,5 Sekunden im Schnell-, bzw. 5,0 Sek. im Langsamlauf exakt einhalten zu können. Zwei Wettbewerbe gibt es hier: Mit dem Luftgewehr auf die 10 m-Distanz und dem KK-Gewehr auf die 50 m-Distanz, Kaliber jeweils 4,5 bzw. 5,8 mm. Die ,,Zehn" innerhalb der aufgebrachten Zielringe hat einen Durchmesser von 9, bzw. 60 mm. Es handelt sich um die einzigsten Schießsportdisziplinen, bei denen Zielfernrohre als Zielhilfsmittel zugelassen sind.

Beim Bogenschießen läßt sich eine grobe Unterteilung in Hallendisziplinen, der Internationalen Runde und dem Feldbogenschießen vornehmen. In der Halle wird auf 18 und 25 m geschossen, die internationale Bedingung schreibt Scheibenentfernungen von 90, 70, 50 und 30 m für die Herren und Junioren vor; für die übrigen Klassen sind z.T. kürzere Distanzen vorgesehen.

Jeder Bogen hat ein bestimmtes Abzugsgewicht, das mit der Körperkraft des Schützen abgestimmt sein muß. Visierhilfen und Stabilisatoren erleichtern dem Bogenschützen den Umgang mit seinem Gerät. Bei den Feldbogenschützen entfallen solche modernen Hilfsmittel. Sie schießen den sogenannten Blankbogen, wobei bei der Jagdrunde im Freien nicht einmal die Scheibenentfernungen bekannt sind und deshalb abgeschätzt werden müssen.

Entsprechend der geschichtlichen Entwicklung kommen nach den Bogenschützen noch die Armbrustschützen. In den Alpenländern mehr verbreitet, wird diese Disziplin bei uns nicht so oft geschossen. Es gibt nach der Sportordnung zwei Internationale- und die nationale

Bedingung. International wird auf 10 und auf 30 m geschossen, wobei die ,,Zehn" einen Durchmesser von 1 bis 14 mm hat. Der internationale Vergleich wird je zur Hälfte stehend und kniend geschossen, national beschränkt man sich auf den Stehendanschlag.

Eine besondere Spezies unter den Schützen sind die Vorderladerschützen. Sie üben sich mit alten Original- oder neueren Replikawaffen, und zwar im Gewehr- und Pistolenwettbewerb. Die Sportordnung ist wegen der unterschiedlichen Waffen gerade in diesem Bereich sehr umfangreich. Es wird unterschieden nach Steinschloß- bzw. Perkussionszündung, nach Scheiben- und Dienstgewehren. Zum Schießen dieser alten Waffen gehört auch noch viel technisches Geschick. Innerhalb der Schießsportgemeinschaft Oberes Gäu gibt es einige ,,Schwarzpulver-Fans". Beirn SSV Öschelbronn ist man in dieser Richtung besonders aktiv.

 

In zwei Sportkreisen

Am 2. September startet die ,,fahr rad + schiess"- Veranstaltung zum vierten Mal. Ausgerichtet wird sie von der Schießsportgemeinschaft Oberes Gäu, ein extra zu diesem Zweck erfolgter Zusammenschluß der Schießsportvereine Bondorf, Öschelbronn und Mötzingen aus dem Sportkreis Böblingen, sowie aus dem Sportkreis Tübingen die Schützenvereine Hailfingen, Seebronn und Wendelsheim. Diese Art ,,überregionale" Zusammenarbeit ist eigentlich ein Novum, klappte aber in den vorangegangenen Veranstaltungen jedesmal vorzüglich. Stetig steigende Teilnehmerzahlen bestätigen das erfolgreiche Konzept und entschädigen die Helfer für Mühen bei Vorbereitung, ausschildern der Strecken, Einsatz des Pannendienstes - der auch bei Konditionsmängel dankbar in Anspruch genommen wurde - und der Hilfestellung beim Schießwettbewerb. Auch die DRK-Bereitschaft Mötzingen wird wieder in Bondorf Posten beziehen, um im Bedarfsfalle unüblich vom Rad Steigende wieder auf die Beine zustellen. Ein in den genannten Schützenhäusern erhältliches Faltblatt gibt weitere Auskünfte über die im Rahmen der Sport-Spiel-Spaß-Aktion des Württembergischen Landessportbundes (WLSB) stattfindende Radwanderveranstaltung mit und ohne Schießen.

Gäubote: August 1984

Am Sonntag per Fahrrad: Auf zum fröhlichen Schießen!

GB-Grafik: Bösl 

Unter dem Motto ,,Fahr Rad und schieß" veranstaltet die Schützengemeinschaft Oberes Gäu (SOG) in der die Schützenvereine aus Bondorf, Mötzingen, Öschelbronn, Hailfingen, Seebronn und Wendelsheim zusammengeschlossen sind, an diesem Sonntag ihre vierte Veranstaltung dieser Art. Die Veranstaltung ist einmalig in Baden-Württemberg, eine Kombination von Radfahrern und Schießen wird nirgendwo angeboten. Der Gedanke entstand aus dem Wunsch, den sich weitgehend im Verborgenen abspielenden Schießsport der Öffentlichkeit näherzubringen. Zwischen Mötzingen und Wendelsheim können sich die Teilnehmer ihr Radweg selbst auswählen. Bedingung ist, daß mindestens drei Schützenhäuser angefahren werden. Gestartet wird an einem Schützenhaus nach eigener Wahl. Dort wird eine Schießkarte für 9 Mark erworben und dafür kann an jedem Schützenhaus zehnmal geschossen werden. Entweder Kleinkaliber 50 m liegend ohne Riemen oder mit dem Luftgewehr 10 m stehend, die Sportwaffen werden bereitgestellt, erfahrene Sportschützen überwachen den Freizeitsport. Die erzielte Ringzahl wird in einer Urkunde festgehalten. Für das Radfahren gibt es eine Trimm-Medaille mit einem Radfahrmotiv. Die Strecke von Schützenhaus zu Schützenhaus ist gut ausgeschildert, für das leibliche Wohl haben die Schützen vorgesorgt. Wer nur die Radtour mitmacht, ist mit einem Startgeld von 6 Mark dabei, vorausgesetzt, er besitzt ein verkehrssicheres Fahrrad. 

Gäubote: August 1984

SPORTSCHIESSEN

Am Sonntag geht es auf die Strecke

Im Oberen Gäu findet die IV. ,,fahr rad + schiess"-Veranstaltung statt 

(wf). Zum vierten Mal startet im Oberen Gäu die ,,fahr rad + schiess"-Veranstaltung. Aufgefordert zum Mitmachen ist jeder, der ein verkehrstaugliches Fahrrad besitzt. Die Teilnahme am Schießwettbewerb ist nicht Bedingung, die veranstaltende Schießsportgemeinschaft Oberen Gäu (SOG) freut sich auch über jeden ,,nur" Radwanderer der den Weg in ihre Schützenhäuser findet.

Gestartet werden kann ab 8 Uhr an einem beliebigen Schützenhaus der SOG, zu dem nach Besuch mindestens zwei weiterer Schützenhäuser bis 16 Uhr. (Zielschluß) zurückgekehrt werden muß. Dadurch ergeben sich Streckenlängen nach eigener Wahl und Konditionseinschätzung zwischen 15 und 30 km auf ausgeschilderten Wegen, die zumeist abseits der Straßen liegen. Da kein Zeitlimit gesetzt ist, eignet sich diese Radtour auch besonders gut für Familienausfluge. In den Schützenhäusern wird man sich in bewährter Weise um das leibliche Wohl der Teilnehmer kümmern und ist auch sonst für alle 

Eventualitäten gerüstet. Startorte und gleichzeitig auch Zielorte sind die Schützenhäuser in Bondorf, Öschelbronn und Mötzingen, sowie in Hailfingen, Seebronn und Wendelsheim; dort erhalten die Radwanderer auch nach Rückkehr die ,,Trimm-Medaille" des Deutschen Sporthundes (DSB) und ggf. über das Schießergebnis eine Urkunde des Württembergischen Landessportbundes (WLSB). 

Die Veranstaltung ist Teil der Sport-Spiel-Spaß-Aktion des WLSB, weshalb auch SSS-Pässe anerkannt und gestempelt werden.

Kreiszeitung: August 1984

Mehr als 700 Teilnehmer

Gelungene ,,Fahr Rad und Schieß"-Veranstaltung

BONDORF (ko). ,,Fahr Rad und Schieß" hieß die Veranstaltung, zu der sechs Schießsportvereine des Oberen Gäu am Sonntag eingeladen hatten. Vier Stunden nach dem offiziellen Start, gegen 12 Uhr, zeichnete sich eine neue Rekordbeteiligung bei der vierten Veranstaltung dieser Art ab.

Diese Zahl hatten die veranstaltenden Vereine aus Bondorf Öschelbronn, Mötzungen, Hailfingen, Seebronn und Wendelsheim im letzten Jahr verzeichnen können und ebenso, wie sich die Zahl der Teilnehmer um 200 gegenüber 1982 gesteigert hatte, steigerte sie sich in diesem Jahr. Wobei die genauen Zahlen erst in den nächsten Tagen errechnet werden können, wenn alle sechs Vereine der Schießsportgemeinschaft Oberes Gäu (SOG) ihre Starterlisten verglichen haben, denn nicht jeder, der bei herrlichstem Radfahrwetter Lust zur Teilnahme hatte, mußte an den Schießübungen teilnehmen. Auch mußte nicht jedes Schützenhaus angesteuert werden.

Starten konnte man an einem Schützenhaus seiner' Wahl. An mindestens zwei Schießplätzen mußten die Teilnehmer ihre Radfahrkarte abstempeln lassen. Zurück am Ausgangsort konnte, sich dann jeder Teilnehmer seine Trimm-Medaille abholen. Wer Lust 'hatte, konnte sich -aber auch im Schießen üben und in den Schützenhäusern Punkte für eine zusätzliche Urkunde sammeln. Volksradfahren mit und ohne Schießen - so der offizielle Titel der Veranstaltung mit den Vereinen aus zwei Sportkreisen, war denn auch ein voller Erfolg, nicht nur für die Veranstalter. Viele lockte das schöne Wetter, so daß neben den Gemeldeten noch mindestens ein Drittel mehr auf der Strecke waren. Denn vielfach hatte sich nur der Vater für den Sport-Spiel-Spaß-Stempel angemeldet und die Familie radelte so mit.

Eine glückliche Hand hatten die Veranstalter nicht nur mit dem Wetter, sondern auch bei der Streckenwahl. Über befestigte Waldwege ging es

durch das landschaftlich schöne Obere Gäu mit herrlichen Ausblicken auf Ammertal, Schönbuch und die Schwäbische Alb.

Durch den beliebigen Startpunkt ergaben sich für die Teilnehmer Streckenlängen zwischen 15 und 30 Kilometer, die man nach eigener Kondition zusammenstellen konnte. Nur die Teilnehmer, die auch an den Schießwettbewerben teilnehmen wollten, mußten ihre Strecken genauer planen, da jeder je zehn Schuß mit einem Kleinkaliber- und einem Luftgewehr abgeben mußte. Um eventuelle Wartezeiten in den Schützenhäusern zu überbrücken, hatten sich die meisten Vereine noch etwas Besonderes - vor allem auch für die Kinder - einfallen lassen. So konnte man sich in Bondorf beispielsweise im Kegeln versuchen und wer dort mit zehn Würfen 50 Kegel getroffen hatte, konnte so eine zusätzliche Trimm-Medaille gewinnen. Speis und Trank wurde sowieso in jedem Schützenhaus geboten.

Aber nicht nur den Teilnehmern wollten die Veranstalter Gutes tun, sondern auch sich selber. Ihnen ging es darum, den Schießsport bekannter zu machen - und das ist ihnen sicherlich auch gelungen.

"Wir haben uns zusammengeschlossen, um etwas Besonderes zu bieten", so einer der Vertreter der sechs Schützenvereine. Die Teilnehmer merkten auch, welche Ausgeglichenheit und Konzentration das Schießen erfordert, sie fühlten aber auch die Kameradschaft und Geselligkeit, die trotz allem sportlichen Ehrgeiz die Schützen verbindet. Diese Punkte sind es wahrscheinlich auch, die über 700 Leute bewegten, an dieser Aktion teilzunehmen.

Auf Radwegen und in den Schützenhäusern spielte sich am Sonntag die

 ,,Fahr, Rad und Schieß"-Veranstaltung der Schützenvereine aus dem Oberen Gäu ab.

Foto: ko

Gäubote: August 1984

,,fahr rad und schieß"-Wettbewerb im Oberen Gäu

,,Sommerbiathlon" kam gut an

WLSB-Slogan ,,bleib fit - mach mit" wurde wieder zahlreich befolgt

(wf). Ein erfolgreiches Resümee können die Organisatoren der Schießsportgemeinschaft Oberes Gäu (SOG) aus Ihrer am letzten Sonntag durchgeführten ,,fahr rad + schieß"-Veranstaltung ziehen; gelang es doch auch diesmal wieder, noch mehr Teilnehmer zu gewinnen. Bei rund 700 angemeldeten Teilnehmern kann davon ausgegangen werden, daß mitradelnde Angehörige die Zahl der sich im Oberen Gäu bewegenden Pedalalritter auf über über tausend erhöht.

Bis über 30 km Streckenlänge waren auf größtenteils befestigten Feld und Waldwegen ohne Zeitlimit zurückzulegen die kleinste Rundstrecke ergab ca. 15 km. Sie entsprach damit dem Leistungsvermögen jener er, die das Fahrrad als Trimm-Sportart neu entdeckt haben. Die über weite Strecken im schattenspendenden Wald verlaufende Route wird mit dazu beigetragen haben, daß die im Verknüpfungspunkte beider Strecken stationierte DRK-Bereitschaft Mötzingen trotz brennend heißer Son ne nicht ein einziges Mal ausrücken mußte. Unterstützt wurde das veantwortungsbewußte Trimm-Verhalten der Hobby-Sportler durch die Kaufmännische Krankenkasse Halle (KKH), die beim Wendelsheimer Schützenhaus Gelegenheit zum Feststellen der Pulsfrequenz und Blutdruckmessen nebst guten Tips fürs gesunde Trimmen gab.

Abgewickelt wurde die ganze Veranstaltung unter dem Motto ,,Sport - Spiel Spaß", dem Slogan für die landauf und landab angebotene Trimm-Aktion des Württembergischen Landessportbu ndes (WLSB). Dementsprechend boten die Schützenvereine noch manch anderes 

Beiprogramm; nicht zuletzt auch deshalb, um die teilweise doch auftretenden Staus bei den Schießständen zu verkürzen. So konnte man sich in Öschelbronn zum Beispiel beim Tischtennis vergnügen, oder in Bondorf die Trimm-Medaille fürs Kegeln erwerben.

Erstaunlich, daß die am weitesten auseinanderliegenden Startorte Wendelsheim und Mötzingen die größten Zuwachsraten
bei den Teilnehmern hatten. Mit Sicherheit hat Wendelsheim seine erhöhte Teilnehmermehl aus dem Tübinger Raum gezogen, in Mötzingen werden viele Radfahrer aus dem angrenzenden Kreis Calw bzw. Freudenstadt herübergekommen sein. Ein sicheres Indiz dafür, daß das bisher einmalige
,,Sommer-Biathlon" bestens ankommt und die Schießsportvereine des Oberen Gäus mit ihrer vor vier Jahren geborenen Idee goldrichtig lagen. Obwohl olympische Disziplin, gab es fürs Schießen natürlich keine richtigen Goldmedaillen. Die Trimm-Medaillen des Deutschen Sportbundes (DSB) jedoch und Urkunden über die geschossene Ringzahl werden bei den Teilnehmern noch lange die Erinnerung an schweißtreibende, aber sicher schöne Stunden wachhalten.

 

 

 

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